16:11 23 November 2017
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    Russland prüft Beschränkungen für Getreideexport im Kampf gegen Inflation - „Wremja Nowostej“

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    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Die russische Regierung prüft weiter Maßnahmen zur Beschränkung des Getreideexports - vor allem von Weizen - zur Inflationsbekämpfung. Wahrscheinlich soll eine Entscheidung über Beschränkung des Getreideexports schon am 13. September getroffen werden, schreibt am Dienstag die Zeitung „Wremja Nowostej“.

    Der Getreideverkauf aus staatlichen Reserven soll den Anstieg der Preise für Brot stoppen. Das gehört zum Regierungspaket der Anti-Inflationsmaßnahmen. Die akkumulierte Inflation in den ersten acht Monaten dieses Jahres beträgt schon 6,6 Prozent. Laut Jahresprognose soll sie höchstens acht Prozent ausmachen. Die Regierung hat nicht die Absicht, die Inflationsprognose zu überprüfen.

    „Die Regierung ist zu einer Getreideintervention bereit“, versicherte am gestrigen Montag Wirtschaftsminister German Gref dem Präsidenten. Solche Erklärungen können nur die Nervosität auf den Weltmärkten verstärken, wo die Getreidepreise auch ohne neue russische Beschränkungen seit zehn Jahren ihren Höchststand erreicht haben.

    Die Experten führen einen nie dagewesenen Preisanstieg auf eine niedrige Getreideernte in Europa, Kanada und Australien zurück. Außerdem führten ukrainische Behörden (die Ukraine ist der sechstgrößte Getreideexporteur in der Welt) im Juni einen Sperrzoll für Getreideausfuhr ein. Somit können die Weizenpreise neue Rekorde aufstellen, sollte Russland, das nach dem Exportumfang den fünften Platz in der Welt einnimmt, die Getreidelieferungen beschränken.

    „Die Möglichkeit der Exportbeschränkung besteht. Beim Landwirtschaftsministerium wurde eine Sonderarbeitsgruppe gebildet, die Konsultationen in diese Richtung führt“, sagte Arkadi Slotschewski, Präsident des Russischen Getreideverbandes. Solange aber die Ernte nicht eingebracht worden sei, würden keine konkreten Entscheidungen getroffen.

    Die Analytiker befürchten, dass sich die Einführung der Exportzölle vielleicht positiv auf Dynamik des Preisanstiegs auswirken, aber es viel mehr Nachteile geben wird. „Wir gehen ein Risiko ein, den Weltmarkt zu verpassen, wo heute die Preise für unseren Produzenten hoch und anziehend sind. Außerdem werden wir den eigenen Markt zusammenbrechen lassen, wenn das ganze Getreide im Land bleibt“, sagte Igor Pawenski, führender Experte des Instituts für Konjunktur des Agrarmarktes.

    Die Entscheidung über Einführung der Sperrzölle für Getreideexport kann am 13. September nach einer Sitzung der interministeriellen Kommission für Agrar-Industrie-Markt getroffen werden. „Solange die Gerüchte umgehen, wird sich die Nervosität auf dem Markt halten“, resümierte Pawenski.

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