11:58 24 November 2017
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    Algerien löst „Gasvertrag des Jahrhunderts“ mit spanischen Unternehmen auf

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    Die algerische staatliche Gasgesellschaft Sonatrach hat den „Vertrag des Jahrhunderts“ mit den spanischen Unternehmen Repsol und Gas Natural über die Ausbeutung der Gasvorkommen im Ostteil Algeriens aufgelöst.

    MADRID, 04. September (RIA Novosti). Die algerische staatliche Gasgesellschaft Sonatrach hat den „Vertrag des Jahrhunderts“ mit den spanischen Unternehmen Repsol und Gas Natural über die Ausbeutung der Gasvorkommen im Ostteil Algeriens aufgelöst.

    Das teilte am Dienstag ein Vertreter von Repsol RIA Novosti mit.

    „Der einseitig gekündigte Vertrag in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, der im November 2004 unterzeichnet worden war, sah eine gemeinsame Ausbeutung der Gasvorkommen, die Verarbeitung und den Export vor“, sagte er.

    Ihm zufolge ist die Auflösung des Vertrages, der für 30 Jahre unterzeichnet worden war und den Bau eines Werkes für die Produktion von Flüssiggas beinhaltete, ungesetzlich. Deshalb hätten die spanischen Unternehmen die Absicht, Berufung gegen die algerische Entscheidung beim internationalen Schiedsgericht einzulegen.

    „Für die Umsetzung des Projektes wurde seinerzeit ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Anteil von Repsol (48 Prozent), von Gas Natural (32 Prozent) und von Sonatrach (20 Prozent) gegründet“, sagte der Gesprächspartner der Nachrichtenagentur.

    In einer Stellungnahme zur algerischen Entscheidung bezeichnete der bekannte spanische Politologe Cezar Vidal sie als „rein politisch“ und warf der spanischen Regierung Fehlschläge in der internationalen Arena vor.

    „Spanien betrieb traditionell eine ausgeglichene Politik im Maghreb-Raum und berücksichtigte die komplizierten Beziehungen zwischen Marokko und Algerien. Das sicherte uns die Beziehungen guter Nachbarschaft mit allen Ländern der Region. Unter anderem vorteilhafte Verträge“, sagte Vidal.

    Er hob hervor, dass diese Balance in den letzten Jahren gestört worden sei. Denn die Regierung der Spanischen sozialistischen Arbeiterpartei habe den Kurs auf eine einseitige Annäherung mit Marokko genommen, was eine große Unzufriedenheit bei den algerischen Partnern ausgelöst habe.

    „Im vorigen Jahr hob Algerien die Preise für das Erdgas an, das uns geliefert wird. Und heute löste es einen vorteilhaften Vertrag auf. Das sind Entscheidungen, die seine Unzufriedenheit mit der nicht ausgeglichenen Politik Spaniens gegenüber den Maghreb-Ländern widerspiegeln“, betonte der Politologe.

    Algerien, das als Land mit den sechstgrößten Erdgasvorräten der Welt gilt, ist Spaniens Hauptlieferant.

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