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    Gewerkschaft von Moskauer Renault-Werk will höheren Lohn fordern

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    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Die Gewerkschaft des Moskauer Werks Avtoframos, das Renault-Logan-Modelle herstellt, plant, genauso wie die Arbeiter des Ford-Werks im Gebiet Leningrad, Ende September mit der Unternehmensleitung über eine Lohnerhöhung zu verhandeln.

    Gegenwärtig bereitet sie eine Begründung ihrer Forderungen vor. Das teilte Iwan Kisseljow, Vorsitzender der Grundgewerkschaft von Avtoframos, mit.

    Die Gewerkschaft von Avtoframos ist Teil der Interregionalen Gewerkschaft der Arbeiter der Automobilbranche, die im August den Anfang einer Kampagne zur erheblichen Erhöhung der Löhne für die Arbeiter der Autowerke verkündete. Die entsprechende Erklärung wurde von den Gewerkschaftsvorsitzenden von fünf Werken der Branche unterzeichnet: OAO Avtoframos (Moskau), SAO Ford Motor Company und OOO Nokian Tyres (Gebiet Leningrad), OAO AvtoVAZ und SAO GM AvtoVAZ (Togliatti).

    Die Gewerkschaft des russischen Ford-Werks hat bereits Verhandlungen über die Lohnerhöhung für die Arbeiter des Betriebes aufgenommen.

    „Gegenwärtig bereiten wir die materielle Begründung unserer Forderungen vor. Es werden ‚echte’ Zahlen sein, nicht aus dem Kopf heraus“, sagte der Gewerkschaftschef von Avtoframos. Dazu arbeite die Gewerkschaft mit Fachleuten zusammen, darunter mit Mitarbeitern eines russischen Instituts, sagte er.

    Der gewünschte Lohn solle sieben mal höher als das Existenzminimum sein. In Moskau beträgt dieses circa 5800 Rubel (circa 165 Euro).

    „Das sind ungefähr 40 000 Rubel“ (etwa 1060 Euro), sagte Kisseljow.

    Gegenwärtig betrage der Durchschnittslohn der Arbeiter im Unternehmen 18 000 Rubel (circa 600 Euro). Der Höchstlohn samt allen Prämien erreiche 20 000 Rubel (circa 660 Euro).

    Laut Kisseljow plant die Gewerkschaft, sich Ende September oder im Oktober an die Werksleitung mit dem Vorschlag über die Lohnerhöhung zu wenden. Es könne aber auch später geschehen.

    Gegenwärtig zählt die junge Gewerkschaft, die im April 2007 bei Avtoframos geschaffen wurde, offiziell 150 der 1500 Angestellten. Doch „die Mehrheit im Werk, etwa 800 Leute“, unterstützen sie.

    „Viele Arbeiter haben Angst, sich durch einen offiziellen Gewerkschaftsbeitritt hervorzutun, doch wir arbeiten daran und erklären den Leuten alles“, sagte Kisseljow.

    Er äußerte auch, dass die Gewerkschaft und ihre Befürworter zu einem konstruktiven Dialog mit der Unternehmensleitung bereit seien. Doch auch ein Streik sei nicht ausgeschlossen, falls die Leitung ihre Forderungen unbeachtet lässt.

    Die Pressesprecherin von Avtoframos, Olga Sergejewa, teilte mit, dass die Gewerkschaft seit ihrer Gründung der Unternehmensleitung keine Vorschläge oder Forderungen unterbreitet habe. Das einzige, was die Leitung bekam, war die Benachrichtigung über die Registrierung.

    „Wenn das geschieht, kann man darüber sprechen“, sagte sie und fügte hinzu, dass das Unternehmen zum Dialog bereit sei.

    Der Vizepräsident der nationalen Gewerkschaftsvereinigung „Russische Arbeit-Konföderation“, Wassili Mochow, bezeichnete die Handlungen der fünf Autowerke als zukunftsweisend.

    „Sie versuchen, zentralisiert eine Lohnerhöhung zu erreichen. Ich halte das für zukunftsweisend“, sagte Mochow.

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