10:32 25 November 2017
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    Siemens kämpft gegen russische Oligarchen um Kontrolle von Power Machines - “Business & Financial Markets”

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    MOSKAU, 06. September (RIA Novosti). Nach dem Misserfolg vor drei Jahren versucht der deutsche Technologiekonzern Siemens jetzt erneut, die Kontrolle über den russischen Konzern Power Machines zu übernehmen.

    Auch diesmal ist ein Sieg keinesfalls sicher: Das russische Kartellamt hat bereits Anträge von Unternehmen der russischen Oligarchen Oleg Deripaska und Alexej Mordaschow gebilligt, schreibt die Wirtschaftszeitung „Business & Financial Markets“ am Donnerstag.

    Derzeit gehören Siemens 25,1 Prozent des russischen Betriebs, der Ausrüstungen für Wasser-, Wärme- und Atomkraftwerke herstellt. Vor drei Jahren war der Erwerb von Power Machines durch Siemens buchstäblich im letzten Augenblick gescheitert: Russlands Kartellamt war der Ansicht, es sei nicht zweckmäßig, einem ausländischen Investor die Kontrolle über diesen strategischen Betrieb anzuvertrauen, und blockierte den Geschäftsabschluss.

    Siemens beschloss nun, von seinem Vorzugsrecht für den Kauf eines 30,4-prozentigen Aktienpakets von Power Machines Gebrauch zu machen, und reichte bereits einen entsprechenden Antrag beim russischen Kartellamt ein. Ähnliche Anträge richteten Unternehmen von Alexej Mordaschow, Besitzer des Konzerns Severstal, und Oleg Deripaska, der Eigentümer vom Unternehmen Basowy Element (Basic Element) ist.

    Neben dem Konzern Interros verkauft auch die staatliche Stromholding RAO UES ihre Power-Machines-Anteile. Der Vorstand der Stromholding billigte kürzlich den Beschluss, 25 Prozent plus eine Aktie bei einer offenen Auktion anzubieten. Der Wert dieses Aktienpakets beträgt mehr als 460 Millionen Dollar. Interros ist indes verpflichtet, sein Aktienpaket zunächst an RAO UES und Siemens anzubieten, weil sie als aktuelle Aktionäre ein entsprechendes Vorzugsrecht besitzen. Im Unterschied zu Siemens verzichtete aber RAO UES darauf.

    Experten schätzen den Wert des von Interros angebotenen Aktienpakets auf 530 bis 550 Millionen Dollar. Nach ihrer Meinung wird Siemens aber auch diesmal verlieren. „Momentan ist eine Reform der Stromwirtschaft im Gange, und die Erzeugnisse von Power Machines werden gefragt sein“, stellt Konstantin Romanow, Analyst der Investmentgesellschaft Finam, fest. „Deshalb hat Siemens umso weniger Chancen, eine Genehmigung des Kartellamtes zu bekommen.“ Ilja Makarow, Analyst der Investmentgesellschaft Entente Capital, vertritt die Meinung, dass Power Machines an Mordaschow gehen werden, während Deripaska beim Geschäft präsent sein wird, um einen fairen Wettbewerb vorzutäuschen.

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