10:34 25 November 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Russland stillt Uran-Hunger mit Lieferungen aus Australien statt Postsowjet-Staaten - „Nesawissimaja Gaseta“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    MOSKAU, 07. September (RIA Novosti). Russland hat einen neuen Uran-Lieferanten gefunden, der für die Ukraine, Kasachstan und Usbekistan einspringen soll, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Wie die Zeitung feststellt, wollen die postsowjetischen Länder mehr Selbständigkeit beim Handel mit ihren Bodenschätzen bekommen. Russlands Regierungsabkommen mit Australien soll nun australischen Uran-Lieferungen den Weg nach Russland öffnen.

    Auf Australien entfallen 40 Prozent der globalen Uran-Vorräte, dieses Land verfügt aber nicht über die Urananreicherungstechnologien. Russland dagegen hat leistungsstarke Anreicherungsbetriebe, die allerdings an einem Mangel an Rohstoffen leiden.

    Wie die Zeitung bei der russischen Atombehörde Rosatom und beim Unternehmen Techsnabexport erfuhr, wurde jetzt in Sydney nur eine neue Variante des Regierungsabkommens unterzeichnet, in dem erstmals die Möglichkeit eines Exports von australischem Uran nach Russland vorgesehen ist. Die Lieferbedingungen sowie die mögliche Gründung eines Joint Ventures in Russland und Australien sollen erst im kommenden Jahr vereinbart werden. Nach Angaben von Techsnabexport werden die australischen Uran-Lieferungen nach Russland frühestens 2010 aufgenommen.

    Zugleich verweisen Experten auf Schwierigkeiten, die Russland auf diesem Gebiet mit seinen Nachbarn im GUS-Raum zu überwinden hat. Verhandlungen darüber sind schon seit geraumer Zeit mit der Ukraine und Usbekistan im Gange, zur Gründung von Joint Ventures ist es aber noch nicht gekommen. In Kasachstan wurden zwar mehrere Gemeinschaftsunternehmen für die Uranförderung mit einer potentiellen Gesamtleistung bis zu 6 000 Tonnen im Jahr gegründet, vorerst hat aber nur ein Joint Venture für Uran-Lieferungen an Russland aufgenommen, die 1 000 Tonnen betragen sollen.

    Russlands Gesamtbedarf wird indes auf 18 000 Tonnen Uran im Jahr geschätzt, während in Russland selbst lediglich rund 3 000 Tonnen gefördert werden. Zugleich kündigte Kasachstan an, es werde seine Uran-Lieferungen 2014 einstellen. Zugleich verhandelt Kasachstan mit dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse, das ein Konkurrent von Rosatom ist.

    Auch die Ukraine bemüht sich um Uran-Lieferungen an Westinghouse und führt Verhandlungen über den Bau kanadischer CANDU-Reaktoren bei sich, was zu einer Verringerung des Uran-Exports nach Russland führen würde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren