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    Indien lehnt russische Patrouillenflugzeuge wegen mangelhaftem Zielsuchgerät ab

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    MOSKAU, 07. September (RIA Novosti). Indien will Russland fünf modernisierte Patrouillenflugzeuge Il-38, ausgestattet mit dem neusten Zielsuchsystem „Morskoj Smej“ (Seedrache), nicht abnehmen und hat Zahlungen nach einem entsprechenden Vertrag eingestellt.

    Der Vertrag hat einen Wert von 150 Millionen Dollar und wurde 2001 mit dem russischen Waffenexporteur Rosoboronexport geschlossen. Im Falle einer Stornierung des Vertrages kann Rosoboronexport die indische Ausschreibung für acht neue U-Boot-Abwehrflugzeuge im Wert von 400 Millionen Dollar verlieren.

    Die Inder beanstanden, dass „Morskoj Smej“ bei einem Test ein U-Boot nicht angepeilt habe, das es eigentlich anpeilen sollte, schreibt die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ unter Berufung auf eine Quelle der russischen Rüstungsindustrie. Laut russischen Spezialisten funktionierte das System „Morskoj Smej“ bei dem Test reibungslos und „so, wie es unter den Bedingungen des Nordens funktionieren sollte.“

    Um den Streit beizulegen, schlug Moskau Neu Delhi vor, die Il-38 mit Flügelraketen BrahMos aus russisch-indischer Gemeinschaftsproduktion auszustatten. Mit diesen Raketen sind bereits indische Landstreitkräfte und Marine bewaffnet. Auf Flugzeugen wurden sie jedoch noch nie montiert.

    Von der Situation um die Il-38 werden die Ergebnisse eines indischen Ausschreibens über acht U-Boot-Abwehrflugzeuge abhängen. Der Wert des Auftrags beträgt je nach dem Typ der Flugzeuge zwischen 400 Millionen US-Dollar (wenn sich Indien für Il-38 aus Produktion von Iljuschin entscheidet) und einer Milliarde Dollar (die neue Orion von Lockheed Martin kostet 120 Millionen Dollar, eine Poseidon von Boeing 133 Millionen Dollar). Die neuen Maschinen sollen auch etwa zehn Flugzeuge Tu-142 ersetzen, die die indische Marine aus dem Dienst nehmen will.

    Laut Experten hat Russland gute Chancen, die Ausschreibung zu gewinnen. „Einerseits ist das russische Angebot schwächer, denn die angebotenen Maschinen sind nicht neu“, sagte Maxim Pjaduschkin, Redakteur der Zeitschrift „Russia/CIS Observer“. „Dafür hat Indien mit Il-38 bereits Betriebserfahrungen gemacht. Außerdem wird über ihre Ausstattung mit BrahMos diskutiert, was ebenfalls ein wichtiger Faktor ist. Es gibt keine Garantie, dass BrahMos-Raketen mit Orion oder Poseidon kompatibel sind.“

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