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    Australien wird russische AKW mit Uran versorgen - Zusammenfassung

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    SYDNEY, 07. September (RIA Novosti). Australien, das über die weltweit größten Uran-Reserven verfügt, wird russische Atomkraftwerke mit Uran beliefern.

    Ein entsprechendes Abkommen wurde an diesem Freitag in Sydney vom Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom Sergej Kirijenko und dem australischen Außenminister Alexander Downer unterzeichnet. Der Zeremonie wohnte der russische Präsident Wladimir Putin bei. Durch das Abkommen mit Australien löse sich Russland aus der Abhängigkeit von seinen bisherigen Uran-Lieferanten und verbessere seine Chancen auf dem Weltmarkt für Atomenergie, sagte Kirijenko.

    Nach seinen Worten ist Russland in der Lage, 4000 Tonnen australisches Uran im Jahr zu verarbeiten. Laut Kirijenko werden die Jahreslieferungen voraussichtlich bei 4000 Tonnen liegen, was wertmäßig ungefähr einer Milliarde australischer Dollar entspricht.

    Alexander Downer sagte seinerseits, Australien könnte Uran im Wert von einer Milliarde Dollar nach Russland liefern. Er bezeichnete die Vereinbarung als einen „großen Schritt nach vorne“ und als ein wichtiges Ergebnis des Aufenthalts Wladimir Putins, der als erster russischer Präsident Australien besucht.

    Eine militärische Nutzung des australischen Urans in Russland ist laut dem australischen Premier John Howard ausgeschlossen. „Das Uran wird gegen strenge Garantien an Russland verkauft", versicherte Howard. Als unbegründet bezeichnete er die Befürchtungen einiger Politiker, dass Russland australisches Uran für militärische Zwecke abzweigen kann.

    "Diejenigen, die von einer militärischen Nutzung des australischen Urans in Russland reden, verstehen nicht, worum es geht, oder sie sagen das absichtlich, um die Zusammenarbeit zu behindern", sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Nach seinen Worten hat Russland mehr als genug eigenes waffenfähiges Spaltmaterial.

    Seit Jahren habe Russland angereichertes Uran an die USA geliefert, "es gemeinsam mit Amerika verarbeitet und auf dem amerikanischen Markt verkauft", sagte Putin. "Wir verkaufen jährlich 30 Tonnen an die USA. Der gesamte Umfang erreichte bereits 500 Tonnen." Australisches Uran kaufe Russland ausschließlich für seine Atomkraftwerke. Laut Putin will Russland in den nächsten 15 Jahren 30 neue Kernreaktoren errichten. Für die Belieferung anderer Staaten werde Russland von den eigenen Reserven Gebrauch machen.

    Der russische Konzern Techsnabexport könnte dank dem australischen Uran zusätzliche Exportverträge mit Japan, Europa und den USA im Wert von bis zu drei Milliarden Dollar abschließen, teilte der amtierende Konzernchef Alexej Grigorjew mit. „Dieses Abkommen ist notwendig, damit wir Uran an die Kraftwerke liefern können, die nach westlichen Bauplänen errichtet worden sind.“

    Das russisch-australische Abkommen muss von den Parlamenten beider Staaten ratifiziert werden, bevor es in Kraft tritt. Die Ratifizierung wird zum Herbst 2008 erwartet. Nach dem bisherigen Abkommen mit Australien aus dem Jahr 1990 durfte Russland australisches Uran nur für dritte Staaten verarbeiten.

    Australien verfügt über knapp die Hälfte der weltweiten Gesamtreserven an Uran. Russland rangiert mit mehr als einer Million Tonnen Reserven auf Platz drei.

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