02:55 22 November 2017
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    Inter RAO UES will nach Stilllegung des AKW Ignalina Strom nach Litauen liefern

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    VILNIUS, 07. September (RIA Novosti). Die Import-Export-Tochter des russischen Stromversorgers RAO UES - Inter RAO UES - hat Litauen Stromlieferungen nach der Stilllegung des Atomkraftwerks Ignalina angeboten.

    Das teilte die Pressestelle der Litauischen nationalen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft am Freitag unter Berufung auf den Vizevorstand von RAO UES, Andrej Rappoport, mit. Rappoport war am Donnerstag in Vilnius mit Ministerpräsident Gediminas Kirkilas zusammengetroffen.

    Nach der Unterredung teilte Rappoport Journalisten mit, der russische Konzern werde den Strombedarf komplett decken können. Dabei würden die Preise auf dem durchschnittlichen Niveau Litauens liegen. Litauens Wirtschaftsminister Vytas Navickas kündigte an, Experten würden diese Frage prüfen und lobte zugleich die Verhaltenslogik der Russen als "berechtigt".

    "Jeder Verkäufer weiß, welche Preise es im potenziellen Kaufland gibt, welche Alternativen wir haben… Wenn wir keine Möglichkeiten haben, mehr Strom dazu zu kaufen, weil ein Kabel mit Schweden erst 2012 in Betrieb genommen wird und die Fertigstellung der Energiebrücke mit Polen etwa die gleiche Zeit in Anspruch nehmen wird, orientiert sich der Verkäufer auf den Preis, zu dem wir den Strom hätten selber erzeugen können", kommentierte Navickas.

    Der Generaldirektor des litauischen Stromkonzerns Lietuvos energija, Rimantas Juozaitis, verwies darauf, dass es zwischen Litauen und Russland ein bis 2015 gültiges Abkommen gibt, nach dem der Strommangel in Litauen auszugleichen ist. Zugleich zweifelte Juozaitis daran, dass der Vertrag in nächster Zeit konkrete Zahlen enthalten würde.

    Das Atomkraftwerk Ignalina erzeugt mehr als 80 Prozent des gesamten litauischen Stromes. Ein Reaktor wurde Ende 2004 gedrosselt. Zurzeit ist nur eine Reaktoranlage im Einsatz, die zwischen dem 18. August und dem 22. September repariert wird. Der Strommangel wird zu etwa 70 Prozent durch russische Lieferungen abgefangen.

    Auf Forderung der Europäischen Union hin wird Litauen das Atomkraftwerk Ignalina bis Ende 2009 vollständig stilllegen. Zum Jahr 2015 soll ein moderneres Atomkraftwerk mit einer ähnlichen Leistung - 3600 Megawatt - gebaut werden.

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