10:35 25 November 2017
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    Gründet Gasprom Umweltinspektion für Image oder gegen Energie-Verschwendung? - „Gaseta“

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    MOSKAU, 10. September (RIA Novosti). Der russische Energieriese Gasprom, der bereits eine eigene Armee und Flotte hat, will nun eine eigene Umweltinspektion gründen.

    Ausländische Öl- und Gasförderer wie Shell und BP haben die Reaktion des russischen Staates auf Umweltsünden bereits am eigenen Leibe zu spüren bekommen, schreibt die russische Zeitung „Gaseta“ am Montag.

    Es ist daher zu erwarten, dass Gasnadsor (100-prozentige Tochter des Gaskonzerns) mit dem Ziel ins Leben gerufen wird, etwaige Konflikte mit den Umweltbehörden gütlich beizulegen, bevor sie in die Öffentlichkeit gelangen.

    Durch sein Programm der Energieeinsparung, in dessen Rahmen die Umweltinspektion gegründet wird, spart Gasprom nach eigenen Angaben bis 2010 rund 9,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas, rund 1,3 Milliarden Dollar Kilowattstunden Strom und ca. 1,212 Millionen Gigakalorien Wärme. Doch Experten sehen die Gründung der Inspektion als Image-Pflege an. „Jedes international agierende Großunternehmen hat derartige interne Inspektionen“, sagt Alexej Jablokow vom Zentrum für Umweltpolitik. „Das ist durchaus üblich. Das ersetzt die staatliche Inspektion jedoch nicht.“

    Laut Jablokow handelt es sich bei der Umweltpolitik von Gasprom zwar größtenteils um eine Vortäuschung, dennoch soll das Nutzen bringen, wenn Gasprom weniger Erdölgas verbrennen wird. Laut offiziellen Angaben werden in Russland rund 26 Prozent des Begleitgases (15 Milliarden Kubikmeter) verbrannt. Experten vermuten, dass der tatsächliche Anteil bei 65 Prozent (35 Milliarden Kubikmeter) liegt. Das Gros davon entfällt auf die Staatskonzerne Gasprom und Rosneft.

    Dem Ministerium für Naturressourcen zufolge verbrannte Gasprom-Tochter Gaspromneft 2005 rund 3,7 Milliarden Kubikmeter Gas (65 Prozent des gesamten Fördervolumens). Rosneft verbrannte mit 3,1 Milliarden Kubikmeter 37 Prozent der gesamten Fördermenge.

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