17:47 23 November 2017
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    Putin wollte Positionen von Vizepremier Iwanow nicht übermäßig stärken - SmartMoney

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    MOSKAU, 10. September (RIA Novosti). Andrej Illarionow, Präsident des Instituts für Wirtschaftsanalyse, hat vor etwa zwei Monaten die Nanotechnologien verächtlich als „Bananentechnologien“ bezeichnet, schreibt heute die analytische Wochenschrift „SmartMoney“.

    Es ist schwer vorstellbar, welch einen großen Sturm von negativen Emotionen die Ernennung Leonid Melameds zum Generaldirektor der Korporation „Rosnanotech“ („Russische Nanotechnologien“) in der vorigen Woche beim ehemaligen Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten auslöste. Melamed steht Anatoli Tschubais, Chef der RAO EES Rossii (United Energy System), nahe, den Illarionow sogar noch härter kritisiert hat.

    Die Ernennung Melamedows war tatsächlich unerwartet. Denn eigentlich sollte Michail Kowaltschuk, Direktor des Kurtschaftow-Instituts, Chef der staatlichen Korporation werden. Er wurde vor kurzem Stellvertreter des Vizepremiers Sergej Iwanow im Regierungsrat für Nanotechnologien. Und sein Bruder Juri, Miteigentümer der mit dem Kreml befreundeten Bank Rossija, ist einer der nächsten Gefährten Wladimir Putins. Wahrscheinlich wollte der Präsident die Positionen Iwanows nicht übermäßig stärken.

    „Rosnanotech“ wird zu einer der größten Korporationen bei der Inanspruchnahme staatlicher Mittel. Laut Zusagen von Beamten sollen allein bis Ende dieses Jahres 130 Milliarden Rubel (ein Euro entspricht 35,23 Rubeln) an das Grundkapital von „Rosnanotech“ übergeben werden, möglicherweise sogar 200 Milliarden Rubel (umgerechnet 5,67 Milliarden Euro). Um aber diese Mittel effektiv zu nutzen und die Nanotechnologien, die bisher rätselhafter als die Reform der RAO UES vor fünf Jahren sind, auf kommerzielle Grundlage umzustellen, ist eine erfahrene Managermannschaft notwendig.

    Dass sich an die Spitze von Rosnanotech ein Finanzfachmann gestellt hat, zeugt schon davon, dass die Entwicklung der Nanotechnologien als Kommerzunternehmen geplant ist. Iwanow hat weder seine Managermannschaft noch Wissenschaftler. Und bereits im kommenden Jahr, nach der Liquidation der RAO UES, wird eine große Mannschaft ohne Beschäftigung bleiben, die Erfahrungen bei der Umsetzung von Großprojekten hat. Dass Leonid Melamed zum Generaldirektor von „Rosnanotech“ wurde und Anatoli Tschubais dem Aufsichtsrat angehört, zeugt davon, dass sich die frühere Tschubais-Mannschaft demnächst auf einem neuen Betätigungsfeld wieder vereinigen wird. Und Sergej Iwanow wird ganz bestimmt nicht vergessen, wer ihm in einem verantwortungsvollen Moment mit Menschen und Finanztechnologien geholfen hat.

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