21:39 23 November 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Qualität der russischen Wirtschaft verschlechtert sich immer mehr

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 10. September (RIA Novosti). Das Wirtschaftswachstum in allen Ländern der GUS übersteigt merklich die jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds, was jedoch bei weitem nicht allen Freude bereitet. Viele Wirtschaftsexperten warnen vor einem primitiver Werden der Wirtschaft und vor einem zunehmenden Technologierückstand.

    Das schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag in einem mit „Rohstoffaufschwung führt in eine Sackgasse“ betitelten Artikel.

    Nach Angaben des Statistikamtes der GUS ist das Bruttoinlandsprodukt in Aserbaidschan im ersten Halbjahr um 35,1 Prozent, in Kasachstan um 10,6 Prozent und in Russland um 7,8 Prozent gestiegen.

    Die wirtschaftliche Aktivität der GUS nimmt laut IWF-Experten weiter schnell zu, „wobei sie solide Indizien für die Entwicklung der Energieträger exportierenden Länder und einen gewissen Anstieg der Aktivität in den importierenden Ländern widerspiegelt“. Indes sind die russischen Wirtschaftsexperten der Ansicht, dass hinter dem hohen BIP-Zuwachs fundamentale Probleme Russlands und anderer „Rohstofftiger“ der Länder der Gemeinschaft stecken.

    „Die Alterung der Grundfonds in der russischen Industrie geht weiter und mehr als die Hälfte davon ist über 20 Jahre alt, das heißt, diese Grundfonds lassen keine konkurrenzfähigen Erzeugnisse mehr herstellen“, sagte der stellvertretende Direktor des Instituts für Wirtschaft der Russischen Akademie der Wissenschaften Dmitri Sorokin. Ihm zufolge ist der Zuwachs von Investitionen in den Maschinenbau auf dem Stand von zwei bis drei Prozent geblieben. Dies reiche nicht für eine Verringerung der technologischen Diskrepanz mit den Industrieländern aus. Ein äußerst besorgniserregendes Symptom ist laut dem Wirtschaftsexperten die Angewiesenheit der Rohstoff exportierenden Länder auf die Industrieländer, die moderne Ausrüstungen für die Rohstoffbranchen liefern. „Die einzige Ausnahme von der allgemeinen Regel könnte Kasachstan werden, das ein für 30 Jahre ausgelegtes Programm der Industrieentwicklung angenommen hat und in der Perspektive seinen Technologierückstand verringern kann“, sagte Sorokin.

    Das außerordentlich hohe Tempo des BIP-Wachstums von Aserbaidschan erklärt sich mit den relativ kleinen Dimensionen der Wirtschaft und mit der drastischen Steigerung der Erdölförderung. Der Erdölsektor Aserbaidschans macht mehr als 78 Prozent des BIP aus und gerade seine Stärkung bedingt das Wirtschaftswachstum. Im Jahre 2005 wurden in Aserbaidschan 22 Millionen Tonnen Öl und im Jahre 2006 insgesamt 30 Millionen Tonnen Öl gefördert und es ist geplant, bis zum Jahr 2009 die Ölförderung auf 60 Millionen Tonnen im Jahr zu erhöhen. Gegenwärtig beträgt das BIP in Aserbaidschan etwa ein 50-stel gegenüber dem BIP Russlands und die Ölförderung etwa ein 15tel bis ein 17tel der gleichen Kennziffer in Russland.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren