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    Wissenschaftler: Estland soll Nord Stream Forschungen in seiner Wirtschaftszone erlauben

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    TALLINN, 10. September (RIA Novosti). Estland sollte eine positive Antwort auf die Bitte des Betreibers der Nordeuropäischen Pipeline (Nord Stream) geben und ihm erlauben, den Meeresboden in der estnischen Wirtschaftszonne zu erforschen.

    Diese Meinung äußerte der Direktor des estnischen Instituts für Außenpolitik, Professor Andres Kasekamp.

    „Neben der großen Versuchung, Russland (mit einer Absage) zuzusetzen, sollten wir die Energieinteressen unserer europäischen Partner nicht vergessen, zumal wir selbst ständig von der Notwendigkeit einer einheitlichen Energiepolitik der EU sprechen“, schrieb Kasekamp am Montag in der Zeitung Postimees.

    Er wies darauf hin, dass nicht nur die Deutschen und die Franzosen, sondern auch Estlands „gute Partner, die Dänen und die Briten“, an der Pipeline, die von dem russischen Konzern Gasprom und den deutschen Konzernen BASF und E.ON gebaut wird, Interesse hätten. Dabei hätten mehrere Ostseestaaten, darunter Estland, den Pipelinebau zuvor kritisiert.

    51 Prozent der Aktien des Projektes gehören dem russischen Staatsunternehmen Gasprom sowie je 24,5 Prozent der BASF und E.ON. Die Leistung der Pipeline soll 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr betragen. Der Bau der ersten Linie soll bis 2010 und der der zweiten bis 2012 abgeschlossen werden.

    Die Pipeline soll aus dem Gebiet Leningrad durch die Ostsee durch Russlands Territorialgewässer, die ausschließlichen Wirtschaftszonen von Finnland, Schweden und Dänemark sowie die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone und Territorialgewässer zur deutschen Küste gehen. Nord Stream hat die estnische Regierung im Mai 2007 gebeten, ihr die Möglichkeit für die Erforschung des Meeresbodens für den Fall zu geben, wenn die Route der Nordeuropäischen Pipeline korrigiert werden sollte.

    Bevor das estnische Außenministerium eine Antwort an Nord Stream gibt, hat es circa 20 estnische Organisationen mit Gutachten beauftragt. Die Meisten von ihnen haben bereits eine Antwort gegeben. Die endgültige Lösung soll bis Anfang Oktober erfolgen.

    „Wenn wir ein Nein zu der Forschung sagen, geben wir Russland noch einmal eine gute Möglichkeit, Estland als nicht konstruktiven Staat zu demonstrieren, der an paranoider Russophobie leidet, sich an der Vergangenheit festhält und wichtige europaweite Projekte torpediert“, schrieb Kasekamp.

    Dem Forscher zufolge sollte Estland der Nord Stream eine positive Antwort geben, „um die Möglichkeit zu haben, das Projekt in irgendeiner Weise zu beeinflussen und das internationale Ansehen und die guten Beziehungen zu den EU-Partnern zu bewahren“.

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