04:27 23 November 2017
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    Estland kündigt Entscheidung über Ostsee-Pipeline-Erkundungen an

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    MOSKAU, 11. September (RIA Novosti). Estland will Anfang Oktober den Antrag des russisch-deutschen Pipelinebetreibers Nord Stream beantworten, der den Meeresgrund vor der estnischen Küste für den Bau einer Gaspipeline untersuchen will.

    Das teilte der Staatssekretär des estnischen Außenministeriums, Matti Maasikas, am Dienstag dem russischen Radiosender „Moskaus Echo“ mit. Nord Stream hatte bereits im Mai bei der estnischen Regierung die Genehmigung für die Untersuchung des estnischen Meeresbodens im Finnischen Meerbusen für den Fall beantragt, dass die Pipeline-Trasse korrigiert werden muss.

    Die Gaspipeline soll durch die Ostsee von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste gebaut werden. Die neue Leitung, die über die Wirtschaftsmeerzonen von Finnland, Schweden und Dänemark führt, ermöglicht Direktlieferungen des russischen Erdgases nach Westeuropa. Projektbetreiber Nord Stream gehört dem russischen Konzern Gasprom (51 Prozent) sowie den deutschen Unternehmen BASF und E.ON (jeweils 24,5 Prozent). Die Jahreskapazität der Pipeline ist mit 55 Milliarden Kubikmeter geplant. Das Projekt stieß in Polen und den baltischen Ländern auf scharfe Kritik. Polen sieht seine Interessen gefährdet, da die neue Leitung mit den bisherigen Pipelines konkurriert, für die Polen und andere Staaten Transitgebühren kassieren.

    An diesem Montag hatte die estnische Partei IRL, die zur Regierungskoalition gehört, das Ministerkabinett in Tallinn aufgerufen, den Antrag von Nord Stream abzulehnen. Die neue Pipeline bringe weder Estland noch dem übrigen Europa einen Nutzen und schaffe zusätzliche Umweltrisiken in der Region, so die Partei in ihrer Begründung.

    Die IRL-Fraktion kündigte an, eine Parlamentsdebatte über diese Frage auszulösen.

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