17:48 23 November 2017
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    Gasprom: Partnersuche für Stockmann-Förderung politisch abhängig - „Gazeta.Ru“

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    MOSKAU, 12. September (RIA Novosti). Der russische Energiekonzern Gasprom hat eine weitere „Kurzliste“ von Kandidaten zur Beteiligung am Abbau des Stockmann-Vorkommens zusammengestellt. Auf der Liste stehen zwar fünf Unternehmen, den Zuschlag wird aber voraussichtlich Norwegen bekommen, schreibt die Internetzeitung „Gazeta.Ru“. Eine amerikanische Beteiligung wird indes davon abhängen, wie die USA zum WTO-Beitritt Russlands stehen werden.

    Im Juli war ein Abkommen mit dem französischen Konzern Total geschlossen worden, demgemäß das Gemeinschaftsunternehmen Special Purpose Vehicle (SPV) als Stockmann-Betreiber gegründet worden war. An die Franzosen gingen 25 Prozent von SPV, der Rest an Gasprom. Zugleich werden die Franzosen das geförderte Gas nicht allein verkaufen dürfen: Gasprom wird dieses bei Total kaufen. Nach Ansicht von Analysten hat Gasprom eine Preisformel angeboten, die die Franzosen zufrieden stellte.

    Zuvor hatte der stellvertretende Gasprom-Vorstandschef Alexander Ananenkow erklärt, die ausländischen Investoren würden nur bei der Umsetzung der Anfangsphase des Projekts dabei sein, die die Förderung von 23,7 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr vorsieht. Gemäß dieser ersten Phase sollen die Gaslieferungen vom Stockmann-Vorkommen 2013 beginnen.

    Die Arbeit auf dem Schelf hat inzwischen bereits begonnen. Laut dem Abkommen mit den Franzosen wird SPV im Laufe von 25 Jahren mit Beginn der Ausbeutung des Vorkommens die dortige Infrastruktur besitzen. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass Gasprom die Anteile seiner Partner früher abkaufen wird.

    Aber auch unter solchen Bedingungen wären die ausländischen Investoren an einer Beteiligung äußerst interessiert. „Angesichts der globalen Situation auf dem Öl- und Gasmarkt ist für die ausländischen Partner schon die Tatsache der Präsenz im Projekt unabhängig von den Bedingungen wichtig“, meint Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für Politische Technologien, fest. „Russland ist sich dessen gut bewusst und diktiert erfolgreich seine Bedingungen.“

    Analysten zweifeln nicht daran, dass die Anwärter auf die Stockmann-Beteiligung die früheren - die Amerikaner und die Norweger - geblieben sind. Die norwegischen Unternehmen sind aus rein technischen Gründen vorteilhafter, die USA sollen zu einem der Absatzmärkte für das Stockmann-Gas werden. Die Wahl des Partners wird aber, so Makarkin, nicht zuletzt von der politischen Situation abhängen. „In Bezug auf die Amerikaner wird ihre Haltung zu einem WTO-Beitritt Russlands eine wichtige Rolle spielen“, betont er.

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