10:31 25 November 2017
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    Siemens scheitert mit Übernahme von Power Machines - „Gaseta“

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    MOSKAU, 13. September (RIA Novosti). Russlands Kartellamt hat am Mittwoch die Übernahme des Mehrheitsanteils am Turbinenhersteller Power Machines durch den deutschen Technologiekonzern Siemens abgelehnt. Die russische Regierung gibt offenbar heimischen Investoren den Vorzug.

    Einer von ihnen ist Stahlkocher Severstal, der sich laut unbestätigten Angaben bereits mit Interros auf den Erwerb von dessen 30,4-Prozent-Anteils an Power Machines geeinigt hat, schreibt die Zeitung „Gaseta“ am Donnerstag.

    Ihre Absage an Siemens begründete die Kartellbehörde damit, dass Siemens, falls der Deal durchgehe, mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent eine dominante Position im Markt für Energieausrüstungen hätte. Power Machines ist mit einem Marktanteil von 37 Prozent der größte Lieferant von Maschinen und Anlagen für Wärme-, Wasser- und Atomkraftwerke. Auf Siemens entfallen nur 13 Prozent der Lieferungen auf dem russischen Markt.

    Siemens versucht bereits zum zweiten Mal vergebens, seinen Anteil an Power Machines auszubauen. Im April 2005 hatte das Kartellamt in Moskau dem deutschen Konzern einen mehrheitlichen Einstieg (73,46 Prozent) beim russischen Unternehmen verwehrt.

    Die jetzige Absage war keine Überraschung. „In den beiden Fällen beantragte Siemens die Übernahme eines Anteils von über 50 Prozent“, sagte Alexej Uljanow, Verwaltungschef Industriekontrolle bei der russischen Kartellbehörde. „In der jetzigen politischen Situation kann solchen Anträgen nicht entsprochen werden. Siemens muss seinen Antrag ändern.“

    Wenn der deutsche Konzern seine Beteiligung an Power Machines trotzdem ausbauen will, muss er sich beeilen. Als Eigner einer Sperrminorität von 25 Prozent hat er das Vorzugsrecht, Interros dessen Anteil abzukaufen. Dieses Recht erlischt jedoch, wenn Siemens es binnen 100 Tagen beginnend ab 27. August nicht in Anspruch nimmt.

    Laut Experten wird Siemens wahrscheinlich erneut auf eine Absage stoßen. „Der Staat machte deutlich, dass er sich russische Investoren als Aktionäre von Power Machines wünscht“, sagte Sewastjan Kosizyn von der Investmentgesellschaft Brokercreditservice. Nach seinen Worten ist frühestens zum Jahr 2010 mit Allianzen von russischen und ausländischen Produzenten zu rechnen. „Bis dahin werden russische Energiebetriebe ihre Produktion über das Sowjetniveau hinaus steigern müssen, um die Modernisierungsaufgaben zu bewältigen.“

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