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    Gasprom setzt künftige ukrainische Regierung bereits unter Druck - Russlands Presse

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    MOSKAU, 03. Oktober (RIA Novosti). Die jüngste Drohung von Gasprom, Erdgaslieferungen an die Ukraine wegen Schulden zu drosseln, bewerten Experten als Versuch, die zukünftige Regierung des Nachbarlandes unter Druck zu setzen.

    Das kann zu einem neuen Gaskrieg führen und bei Europa Unzufriedenheit auslösen, schreibt die russische Presse am Mittwoch.

    Wie Gasprom am Dienstag mitteilte, betragen die ukrainischen Schulden für Erdgaslieferungen bereits 1,3 Milliarden US-Dollar. Für die EU hätte das keine Bedeutung gehabt, wäre die Ukraine nicht das größte Transitland für russische Gaslieferungen nach Europa gewesen. Sollte sofort keine Lösung gefunden werden, kann der Streit wieder in einen Gaskrieg münden.

    Mit seiner Drohung treffe Gasprom Vorsorge und spiele mit Muskeln, sagte Artjom Kontschin von der Investmentgesellschaft Aton. „Außerdem geht der Staatskonzern in letzter Zeit aggressiver vor. Auch die Wahlen in der Ukraine spielen hier eine Rolle.“

    Mit seiner Ankündigung will Gasprom offenbar auf die Koalitionsbildung im neuen ukrainischen Parlament (Rada) Einfluss nehmen. Schließlich muss eben die Mehrheitskoalition im Parlament die neue Regierung stellen, mit der Gasprom die Schuldentilgung und den Gaspreis für das kommende Jahr wird vereinbaren müssen. Natürlich wünscht sich der russische Gasmonopolist, der seit 2006 der Regierung Viktor Janukowitsch Erdgas ohne Gewinn für sich verkauft, keine Julia Timoschenko als neue Regierungschefin.

    Russland hatte bereits vor den Wahlen den Gaspreis vom Wahlausgang abhängig gemacht. „Der Preis für das nächste Jahr wird bei Verhandlungen vereinbart. Deshalb hängt er davon ab, wer die Regierung bilden und die Verhandlungen führen wird“, sagte ohne Umschweife der russische Botschafter in der Ukraine, Viktor Tschernomyrdin, auf der Konferenz „Strategische Partnerschaft zwischen der Ukraine und Russland“.

    Vor dem Urnengang in der Ukraine meldeten Medien unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Gasprom-Sprecher, dass der neue Gaspreis zwischen 145 und 175 US-Dollar je 1000 Kubikmeter liegen würde, sollte es nach der Wahl zu keinem Regierungswechsel in Kiew kommen. Widrigenfalls würde der Preis auf 230 Dollar steigen.

    Quellen: „Gazeta.Ru“ und „Gaseta“.

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