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    Ukraine lenkt ein - Gasstreit mit Russland beendet - Zusammenfassung

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    Der Vorstandschef des russischen Energiekonzerns Gasprom, Alexej Miller, und der ukrainische Energieminister Juri Boiko haben sich am Mittwoch in Moskau darauf verständigt, dass die Ukraine seine Milliardenverschuldung für russisches Gas bis 1. November begleichen wird, um eine Drosselung der Lieferungen zu verhindern.

    MOSKAU, 03. Oktober (RIA Novosti). Der Vorstandschef des russischen Energiekonzerns Gasprom, Alexej Miller, und der ukrainische Energieminister Juri Boiko haben sich am Mittwoch in Moskau darauf verständigt, dass die Ukraine seine Milliardenverschuldung für russisches Gas bis 1. November begleichen wird, um eine Drosselung der Lieferungen zu verhindern.

    Am Vortag hatte Gasprom der Ukraine mit einer Drosselung der Gaslieferungen gedroht, sollte die ukrainische Seite ihre Schulden in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar in diesem Oktober nicht tilgen. Am gleichen Tag setzte der russische Konzern seine europäischen Kunden darüber in Kenntnis.

    Bei ihrem heutigen Treffen in Moskau einigten sich der erste russische Vizepremier und Gasprom-Aufsichtsratschef, Dmitri Medwedew, und Boiko zudem darauf, derartige Krisen zukünftig zu vermeiden. Der ukrainische Energieminister teilte zudem mit, dass die Regierung die Tätigkeit der heimischen Gasunternehmen unter Kontrolle stellen wolle, um die Vereinbarungen mit Gasprom abzusichern.

    Gasversorgung Europas nicht gefährdet

    Europäische Verbraucher werden vom Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine verschont bleiben, versicherte Russlands Vizepremier und Aufsichtsratschef von Gasprom, Dmitri Medwedew, am Mittwoch nach einer Unterredung mit dem ukrainischen Energieminister Boiko. „Die europäischen Kunden werden nicht zu Schaden kommen, denn ich hoffe, dass die ukrainischen Kollegen das Problem lösen werden“, führte Medwedew aus.

    Trotzdem will die EU-Kommission Mitte Oktober eine Koordinierungsgruppe für Erdgas einberufen, die die Gasprobleme zwischen Gasprom und der Ukraine analysieren soll. Das teilte Kommissionssprecher Ferran Tarradellas Espuny am Mittwoch in Brüssel mit. Zu der Sitzung der Gruppe sollen Vertreter von Gasprom und der Ukraine eingeladen werden.

    Laut Espuny hat die Brüsseler Kommission die Information des russischen Gasgiganten zur Kenntnis genommen und wird die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

    Ukrainische Gasvorräte auf Rekordhoch

    In ukrainischen Gasdepots sind Vizepremier Nikolai Asarow zufolge bereits 32 Milliarden Kubikmeter „blauen Brennstoff“ gespeichert. Die Gasreserve sei so groß wie noch nie zuvor, sagte der Vizepremier. Monatlich verbrauche die Ukraine durchschnittlich vier Milliarden Kubikmeter. In der Winterzeit dürfte der Verbrauch auf acht Milliarden Kubikmeter im Monat steigen.

    Der Streit um den Gaspreis zwischen Gasprom und der Ukraine hatte beim Jahreswechsel 2005/2006 bereits zu Unterbrechungen der Lieferungen geführt und die Gasexporte nach Westeuropa kurzfristig beeinträchtigt.

    Der russische Gaslieferant Gasprom erhöhte 2006 den Gaspreis für die Ukraine auf 230 US-Dollar je tausend Kubikmeter. Doch der tatsächliche Preis betrug nur 95 Dollar, weil der Zwischenhändler RosUkrEnergo, der zu 50 Prozent Gasprom gehört, russisches Erdgas mit billigerem aus Zentralasien vermischte. Seit Jahresbeginn zahlt die Ukraine bereits 130 Dollar je 1000 Kubikmeter, nachdem Turkmenien den Gaspreis erhöht hat. 2008 erwartet die ukrainische Regierung eine Preissteigerung auf 143 Dollar. Laut inoffiziellen Angaben soll der Preis auf 180 Dollar je 1000 Kubikmeter steigen.

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