18:49 22 August 2017
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    Estland sieht in geplanter Ostseepipeline Gefahr für Region

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    MOSKAU, 03. Oktober (RIA Novosti). Estland ist der Ansicht, dass das Projekt der Ostseepipeline (Nord Stream) für das Ökosystem des Gewässers eine Gefahr darstellt und in vieler Hinsicht ein politisches Vorhaben ist.

    Das erklärte der estnische Außenminister Urmas Paet am Mittwoch in Tallinn. "Die estnischen Behörden sind wegen mehrerer ökologischer Bedenken gegen den Bau der Pipeline. Fachleute der Internationalen Seeorganisation hatten mehrmals darauf hingewiesen, dass die Ostsee äußerst sensibel ist. Aber politische Erwägungen scheinen deutlich wichtiger zu sein als die Umwelt", so Paet.

    Die wichtigste Alternative zur Nord Stream-Leitung - eine Pipeline auf dem Festland - sei nicht sorgfältig genug geprüft worden, sagte der Minister. Auch die benachbarten Länder Litauen und Polen plädieren für eine Festland-Pipeline.

    Der Betreiber Nord Stream hatte Ende Mai die estnischen Behörden um eine Möglichkeit ersucht, den Meeresgrund in der estnischen Wirtschaftszone zu untersuchen, um möglicherweise die Route zu korrigieren. Die Pipeline soll Russland und Deutschland auf dem Grund der Ostsee verbinden. Ende September lehnte Estland den Antrag von Nord Stream unter Berufung auf "staatliche und ökonomische Interessen" abgelehnt.

    Die Ostseepipeline soll Wyborg bei St. Petersburg und die deutsche Ostseestadt Greifswald verbinden. Sie wird voraussichtlich durch das Territorialgewässer Russlands und Deutschlands sowie durch die Wirtschaftszonen Finnlands, Schwedens und Dänemarks führen.

    51 Prozent der Anteile an Nord Stream werden vom russischen Gasmonopolisten Gasprom gehalten. Die deutschen Energiekonzerne BASF und E.ON besitzen jeweils 24,5 Prozent der Aktien. Der erste Strang soll eine Durchsatzkapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben und voraussichtlich 2010 in Betrieb genommen werden. Durch einen zweiten Strang soll die Jahreskapazität der Röhre gegen 2012 auf 55 Milliarden Kubikmeter verdoppelt werden.

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