14:54 17 Dezember 2017
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    Nord Stream: Estland sollte nicht auf Verhandlungen mit Russland verzichten

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    Estland sollte Verhandlungen mit Russland über die Verlegung der Gaspipeline Nord Stream durch die Ostsee nicht einfach ausschlagen, sagte der frühere Nachrichtendienst-Koordinator Estlands und Sicherheitsexperte Eerik-Niiles Kross in einer Morgensendung des estnischen Fernsehens.

    TALLINN, 29. Oktober (RIA Novosti). Estland sollte Verhandlungen mit Russland über die Verlegung der Gaspipeline Nord Stream durch die Ostsee nicht einfach ausschlagen, sagte der frühere Nachrichtendienst-Koordinator Estlands und Sicherheitsexperte Eerik-Niiles Kross in einer Morgensendung des estnischen Fernsehens.

    „Der Verzicht auf Verhandlungen ist nicht weitsichtig.“ Sinnvoller ist es laut Kross, Gespräche zu führen und Vorteile herauszuschlagen, als im Abseits zu verharren. Die Pipeline werde ohnehin gebaut.

    In den internationalen Beziehungen gehöre es zum guten Ton, Verhandlungen bis zum Ende zu führen. „Strategisch ist unser Nein eine schlechte Entscheidung“, hob er hervor.

    Auf Sicherheitsaspekte eingehend, verwies er darauf, dass Gasleitungen den Meeresboden der Nordsee wie ein Spinngewebe durchziehen, ohne dass es bisher zu Havarien gekommen sei. Auf dem Landweg seien indes Explosionen durchaus schon vorgekommen. „Wenn wir wollen, dass die Gaspipeline auf dem Festland verlegt wird, und zwar in dem Glauben, dass eine solche Entscheidung weniger gefährlich ist, dann hält die Statistik andere Zahlen parat“, unterstrich Kross.

    Am Sonntag hat der estnische Außenminister Urmas Paet mitgeteilt, dass Estland, Lettland, Litauen und Polen von der EU-Kommission gefordert hätten, alternative Varianten für die Verlegung der Gaspipeline zu prüfen. Er kündigte zugleich diesbezügliche Vorschläge an.

    Ende September hatte Estland einen Antrag des Pipelinebetreibers auf Bodenuntersuchungen im estnischen Schelf abgelehnt und sich dabei auf staatliche und wirtschaftliche Interessen berufen.

    Die Gaspipeline Nord Stream soll von der Bucht Portowaja bei Wyborg in Nordwestrussland nach Lubmin bei Greifswald führen und dabei die Wirtschaftszonen Finnlands, Schwedens und Dänemarks kreuzen. Es ist eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas geplant. Der erste Strang soll 2010 fertiggestellt sein, während der zweite Strang 2012 in Betrieb genommen werden soll.

    Das Stammkapital des Pipelinebetreibers Nord Stream AG ist zu 51 Prozent im Besitz des russischen Unternehmens Gasprom sowie zu jeweils 24,5 Prozent der deutschen Konzerne BASF und E.on.

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