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    Russland verlängert Betriebsdauer der Reaktoren im ungarischen AKW Paks

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    MOSKAU, 29. Oktober (RIA Novosti). Russland hat mit Operationen zur Verlängerung der Betriebsdauer der Reaktoren im ungarischen Atomkraftwerk Paks begonnen.

    Das teilte der stellvertretende Paks-Generaldirektor, Laszlo Istvan Hamvas, am Montag Journalisten mit. Das Atomkraftwerk Paks erzeuge nahezu die Hälfte des gesamten ungarischen Stromes.

    "Das ungarische Parlament hatte Ende 2005 beschlossen, die Betriebsdauer der Reaktoranlagen verlängern zu lassen. Russland hat bereits mit entsprechenden Arbeiten begonnen. Wir sind uns darüber im klaren, dass die Verlängerung durchaus möglich ist… Davon sind auch Experten der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) überzeugt", sagte Hamvas.

    Das Atomkraftwerk Paks war in den 1980er Jahren auf Grund eines zwischen Ungarn und der damaligen Sowjetunion geschlossenen Abkommens gebaut worden. Seit der Inbetriebnahme der Reaktoren wird das Atomkraftwerk vom russischen Hersteller TWEL mit Brennelementen versorgt. Die Lieferungen sind Hamvas zufolge "termingerecht und zuverlässig".

    Im Juli 2007 unterzeichneten TWEL und Paks einen Vertrag, nach dem Russland modernisierte Brennstäbe nach Ungarn liefern wird. Demnach soll dieser nukleare Brennstoff zweiter Generation von zuständigen Organen Ungarns lizenziert werden. Die Brennelemente eignen sich auch für Druckwasserreaktoren zweiter Generation vom Typ WWER-440.

    Zuvor hatten der russische Atomkraftwerksbauer Atomstroyexport und Paks die Modernisierung von vier Reaktoren in Paks und den Bau einiger neuer Anlagen vereinbart. Die Leistung der Paks-Reaktoren soll nach Hamvas' Worten jeweils auf 500 Megawatt gesteigert werden. "Zwei Reaktoren haben bereits eine höhere Leistung. Bis 2009 sollen alle vier Anlagen mit höherer Leistung fahren. Die Machbarkeitsstudie wurde von TWEL-Experten unter Einsatz von Fachleuten einiger anderer russischer Betriebe erstellt. Die Ausrüstungen, so Pumpen, wurden für uns im Leningrader Metallwerk (St. Petersburg) hergestellt. Wir planen auch, Hochdruck-Dampfgeneratoren durch neue zu ersetzen. Diese Arbeiten werden mit Hilfe von Atomstroyexport geführt", sagte der Direktor.

    TWEL-Experten hatten 2007 die Folgen eines Zwischenfalls am zweiten Paks-Reaktorblock beseitigt, der sich im April 2003 beim Abspülen von Brennelementen ereignet hatte. Der Zwischenfall wurde auf der internationalen INES-Skala als ein ernstzunehmendes Ereignis bei drei eingestuft, worauf der Reaktor gedrosselt wurde. Bei einer Ausschreibung zur Beseitigung beschädigter Brennelemente konnte sich TWEL durchsetzen. Zum 1. Januar 2007 wurde der zweite Reaktorblock des einzigen ungarischen Atomkraftwerks wieder hochgefahren.

    Beschädigte Brennstäbe sind nach Hamvas' Worten in einem speziellen Becken eingelagert. "Das Spaltmaterial muss entsorgt werden. Ich bin sicher, dass wir auf die Hilfe unserer russischen Partner bauen können", sagte der stellvertretende Direktor.

    TWEL zählt zu den weltweit größten Produzenten von Brennelementen für Atomkraftwerke. Erzeugnisse des Unternehmens werden in 73 Reaktoren in Russland und in 13 Ländern im Einsatz, daruner Finnland, Bulgarien, Ungarn, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und China.

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