04:52 17 Oktober 2018
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    Nord Stream erwägt Trassenänderung für Ostsee-Pipeline

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    Die russisch-deutsche Nord Stream AG, die an der Ostsee-Pipeline baut, will die von der schwedischen Regierung angeregte Korrektur der Pipelineroute "eingehend prüfen".

    MOSKAU, 01. November (RIA Novosti). Die russisch-deutsche Nord Stream AG, die an der Ostsee-Pipeline baut, will die von der schwedischen Regierung angeregte Korrektur der Pipelineroute "eingehend prüfen".

    Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor.

    Nord Stream sei davon überzeugt, dass die neue Route, die den schwedischen Behörden noch in diesem Jahr vorgeschlagen wird, warscheinlich die beste Lösung in Sachen technische, ökologische und wirtschaftliche Machbarkeit bieten wird.

    Am Vortag wurde bekannt, dass die schwedische Regierung eine Verlegung der Pipeline-Trasse in Richtung Osten näher an die Baltikum-Küste gefordert hatte. Nach Ansicht des schwedischen Umweltministers gefährdet die jetzige Trasse den Fischfang in der Region und kann zu Umweltproblemen führen.

    Die Route der Gasleitung sei seit mehr als einem Jahr Gegenstand intensiver Beratungen mit allen Ostsee-Anrainerstaaten und werde optimiert, so die Mitteilung. Auf Empfehlung der schwedischen Behörden werde eine Verlegung der Trasse südlich von der Insel Gotland geprüft.

    Nord Stream untersuche das betreffende Meeresgebiet, um eine optimale Trasse zu wählen und eventuelle Umweltprobleme und Risiken zu vermeiden, die mit der auf dem Meeresgrund vermuteten Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verbunden sind, hieß es.

    Die Gaspipeline soll von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg durch die Ostsee bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste gebaut werden. Die neue Rohrleitung, die durch die Wirtschaftsgewässer von Finnland, Schweden und Dänemark führt, ermöglicht Direktlieferungen von russischem Erdgas nach Westeuropa.

    Der erste 1200 Kilometer lange Strang mit einer Jahreskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter soll 2010 in Betrieb gehen. Nach der Fertigstellung des zweiten Stranges soll die Durchlasskapazität ab 2012 auf 55 Milliarden Kubikmeter im Jahr steigen.

    Der Projektbetreiber Nord Stream gehört dem russischen Konzern Gasprom (51 Prozent) sowie den deutschen Unternehmen BASF und E.ON (jeweils 24,5 Prozent). Außerdem wird über einen Einstieg eines niederländischen Unternehmens in das Projekt diskutiert, das BASF und E.ON insgesamt bis zu neun Prozent abkaufen könnte.

    Das Projekt der Pipeline stieß in Polen und den baltischen Ländern auf scharfe Kritik, da sie mit den bestehenden Pipelines konkurriert, für die diese Staaten Transitgebühren kassieren.

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