13:13 23 September 2017
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    Schweden erschwert Routensuche für Ostseepipeline - „Gazeta.ru"

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    MOSKAU, 08. November (RIA Novosti). Nachdem Estland den Bau der Ostseepipeline vor seiner Küste verweigert hat, äußert nun Schweden ökologische Bedenken zum Projekt.

    Doch nach Ansicht von Experten lassen die Schweden mit sich reden, zum Beispiel mit Hilfe der mit der Gasprom kooperierenden Norweger, schreibt die Internet-Tageszeitung "Gazeta.ru".

    Am Dienstag unterzeichneten Gasprom und Gasunie ein Abkommen, laut dem der niederländische Gasversorger mit neun Prozent am Projektbetreiber Nord Stream beteiligt wird. Die deutschen Partner E.ON Ruhrgas und Wintershall Holding geben deshalb 4,5 Prozent ihres Anteils ab.

    Nach Meinung von Branchenexperten wird es die Partnerschaft mit den Niederländern - nach Deutschland zweiten europäischen Handelspartner Russlands - Gasprom ermöglichen, seine Präsenz in Europa wesentlich zu erweitern. Das gefällt jedoch nicht allen. Schweden ist zusammen mit Großbritannien einer der konsequentesten Gegner der Expansion der russischen Gasholding.

    Experten sind sich darüber einig, dass die Proteste der Schweden politischen Charakter tragen. "Zusammen mit Großbritannien und den Ländern des Baltikums ist Schweden Herold der Ideen der Europäischen Union, der die Präsenz Gasproms auf dem europäischen Markt missfällt", erläutert der Branchenexperte der Sobinbank (Moskau) Michail Sanosin. "Außerdem kann Schweden nicht die Chance versäumen, bei der Projektrealisierung ein Stück vom Kuchen zu bekommen."

    Laut Dmitri Absalow, Analyst des Zentrums für Politische Konjunktur, haben die schwedischen Proteste gegen Pipeline einfach einen wirtschaftlichen Grund. So wollen die Schweden Absalow zufolge im Tausch gegen ihre Zustimmung zum Bau der Pipeline in ihren Hoheitsgewässern niedrigere Gaspreise aushandeln.

    Den Experten zufolge ist es um die Schweden, im Unterschied zu Estland, halb so schlimm bestellt. "Die Schweden lassen mit sich reden, zum Beispiel über die Norweger. Der Öl- und Gaskonzern StatoilHydro, seit kurzem Partner von Gasprom bei der Erschließung des Shtokman-Vorkommens, gehört zu Schwedens größten Energielieferanten. Außerdem sind die Norweger an einer langfristrigen Zusammenarbeit mit dem russischen Monopolisten interessiert."

    Eine weitere Variante eines Kompromisses könnten direkte Verhandlungen auf höchster Ebene sein. Absalow erinnert daran, dass "während des Finnland-Besuches von Wladimir Putin die Differenzen über das Projekt mit diesem Land auf diese Weise beseitigt wurden“. „Ein Kompromiss wird in jedem Fall gefunden werden, weil die Länder des Alten Europa an dieser Gaspipeline interessiert sind", schlussfolgert Sanosin.

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