14:52 26 September 2017
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    Shell kann nach Sachalin-Ausbootung auf Jamal-Vorkommen hoffen - „Kommersant“

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    MOSKAU, 08. November (RIA Novosti). Holländische Industrielle mit Shell an der Spitze haben russischen Behörden vorgeschlagen, die Jamal-Halbinsel (Westsibirien) und den Schelf der Karasee (Norden) zu erschließen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Der russischen Energieminister Viktor Christenko schätzte die gesamten Projektkosten auf 162 Milliarden US-Dollar.

    Die Zulassung von Shell zu den Jamal-Vorkommen wird Experten zufolge dem niederländischen Energiekonzern es ermöglichen, seine Verluste aus dem Sachalin-2-Projekt wettzumachen und Gasprom, eine moderne Infrastruktur zu schaffen.

    Christenko erläuterte, dass eine Gruppe von holländischen Unternehmen (die Gasunternehmen Gasunie und GasTerra, das Energieunternehmen Essent sowie die Engineering-Gesellschaft Van Oord) zusammen mit Shell einzigartige Technologien für die Förderung, den Bau von Rohrleitungen und die Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen haben. Die Holländer haben zudem große Kenntnisse beim Bau von Bohrinseln und Verarbeitungswerken.

    „Jamal ist eine aussichtsreiche Ressourcenbasis, für deren Erschließung 162 Milliarden US-Dollar erforderlich sind“, sagte gestern der Minister. Es ist geplant, in der Zukunft auf der Jamal-Halbinsel 250 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr zu gewinnen.

    Experten betonen, dass Shell wirklich exklusive Arbeitserfahrungen in der Arktis hat. „Der Konzern wurde 2007 zum Betreiber des größten norwegischen Vorkommens ‚Ormen Lange’ in der Barentssee.

    Diese Erfahrungen werden es ermöglichen, die Föderung wesentlich billiger zu machen“, sagte Maxim Schejin aus der Investmentgesellschaft Brokerkreditservice.

    Valeri Nesterow, Analyst der Investmentgesellschaft Troika Dialog, betonte, dass Shell eine Entschädigung versprochen wurde, nachdem der Konzern aus dem Sachalin-2-Projekt ein wenig verdrängt worden war. (Gasprom erwarb bei Shell 22,5 Prozent der Aktien von Sakhalin Energy, Betreiber des Projekts). Nach seinen Worten wird sich Gasprom angesichts zunehmender Vertragsverpflichtungen in der Gaswirtschaft und dem Versiegen der Gasvorräte in Westsibirien zu 80 Prozent mit dem holländischen Vorschlag einverstanden erklären.

    Zuvor plante Gasprom, die Jamal-Vorkommen hauptsächlich eigenständig und jedenfalls ohne Shell auszubeuten. „Gasprom führte mit Shell keine Verhandlungen zu diesem Projekt“, teilte gestern der Pressedienst des russischen Gasmonopolisten mit.

    Alexander Ananenkow, Vizevorstand von Gasprom, bestätigte, dass bei dem Bau des Jamal-Gastransportsystems moderne Technologien verwendet werden, die es ermöglichen, den notwendigen Umfang nicht durch 24 Rohrleitungen wie von den Vorkommen in Westsibirien, sondern durch eine um die Hälfte geringere Zahl zu pumpen. Dennoch erläuterte er nicht, ob es sich um russische oder ausländische Technologien handeln werde.

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