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    US-Kongress warnt vor Gas- und Öldefizit für Pipeline-Projekte in Eurasien

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    Die sogenannte „Pipeline Diplomacy“, mit der die US-Administration Energielieferungen nach Europa an Russland vorbei sichern will, ist von einem Öl- und Gasdefizit für seine „Alternativ“-Projekte gefährdet.

    WASHINGTON, 05. Dezember (RIA Novosti). Die sogenannte „Pipeline Diplomacy“, mit der die US-Administration Energielieferungen nach Europa an Russland vorbei sichern will, ist von einem Öl- und Gasdefizit für seine „Alternativ“-Projekte gefährdet.

    Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungskomitee des US-Kongresses, dessen Bericht am Dienstag in Washington veröffentlicht wurde.

    „Es ist weiterhin unklar, ob für die Alternativ-Pipelinerouten, die von den USA gefördert werden, genug Öl und Gas vorhanden ist“, wird darin betont. Im Unterschied zu den „amerikanischen“ Pipelines scheinen die von Russland geförderten Projekte viel aussichtsreicher.

    „Die Lieferungen für die von Russland unterstützten Pipelines sind in einem übermäßigen Maße gesichert, und deren potentielle Rentabilität macht sie selbst für die zentral- und die osteuropäischen Staaten attraktiv, die versuchen, ihre Abhängigkeit von Russland zu verringern“, heißt es im Dokument.

    Die von den USA unterstützten Projekte sind die Ölpipeline Baku - Tiflis - Ceyhan, durch die Erdöl aus Aserbaidschan in die Türkei exportiert wird, sowie die Südkaukasische Gaspipeline SCGP für den Transport von aserbaidschanischem Gas nach Europa.

    Außerdem fördern die USA die geplante Gaspipeline Nabucco, die Erdgas aus Zentralasien und Aserbaidschan nach Europa bringen soll.

    Darüber hinaus setzen die USA auf das Gaspipeline-Projekt Türkei-Griechenland-Italien sowie auf das Ölpipeline-Projekt mit Mazedonien und Bulgarien.

    Weitere Projekte, die von den Vereinigten Staaten unterstützt werden, sind eine Verlängerung der Gasfernleitung Odessa - Brody bis zu der polnischen Stadt Gdansk sowie das Projekt „Weißer Strom“, das die Verlegung einer Pipeline für Gas aus dem Kaspisee-Raum durch das Schwarzmeer via Georgien bis zu Halbinsel Krim vorsieht.

    Zugleich wendet sich Washington gegen die Verlegung einer Gaspipeline auf dem Grund der Ostsee nach Deutschland (NEGP) und fördert zugleich Verhandlungen zwischen Polen, den skandinavischen und den baltischen Ländern über Alternativ-Projekte, die unter anderem Gaslieferungen aus Norwegen über eine Gaspipeline in Dänemark und anschließend über die Gasverflüssigungsterminals in Polen und den baltischen Ländern vorsehen.

    „Ein Erfolg bzw. ein Scheitern dieser Projekte wird höchstwahrscheinlich mehr davon abhängen, inwieweit die privaten Energiefirmen diese einträglich finden werden, als davon, wie gekonnt und energisch die US-Diplomatie sein wird“, lautet die Prognose der Experten.

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