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    Moskau und Kiew finden Kompromiss bei Gaspreis - Russlands Presse

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    Wider Erwarten haben sich Russland und die Ukraine recht schnell über einen Gaspreis geeinigt, schreibt die russische Presse am Mittwoch.

    MOSKAU, 05. Dezember (RIA Novosti). Wider Erwarten haben sich Russland und die Ukraine recht schnell über einen Gaspreis geeinigt, schreibt die russische Presse am Mittwoch.

    Es sieht stark danach aus, dass die Eile bei den Verhandlungen über die mittelfristigen Preise (worauf Gasprom bestand) mit den politischen Ereignissen in Kiew zusammenhängt, wo die "orange Koalition" dabei ist, eine neue Regierung zu bilden. Die unterzeichneten Verträge für 2008 können eine gute Basis für die Gestaltung der Beziehungen zwischen Russland und der neuen Regierung bilden.

    Im kommenden Jahr wird Gas ab der Grenze 179,5 Dollar je 1000 Kubikmeter für die Ukraine kosten. Zugleich stimmte Gasprom in den höheren Transitpreis für sein Gas durch die Ukraine um zehn Prozent auf 1,7 Dollar pro 1000 Kubikmeter je 100 Kilometer zu. Freilich wird gleichzeitig der Transporttarif für die Gasprom-Pipelines angehoben, durch die Gas aus Zentralasien für den Ukraine gepumpt wird (ebenfalls auf 1,7 Dollar). Laut Quellen sollten die entsprechenden Zusätze zu den laufenden Verträgen am heutigen Mittwoch unterzeichnet werden.

    Alexander Turtschinow, stellvertretender Vorsitzender des Blocks von Julia Timoschenko, hatte bereits gestern die Vereinbarungen mit Russland über den Gaspreis einen "nationalen Verrat" an der Ukraine genannt. Er erinnerte daran, dass sowohl Ministerpräsident Viktor Janukowitsch als auch Energieminister Juri Boiko versprachen, den Gaspreis nicht über 160 Dollar kommen zu lassen.

    "Selbst bei einem Preis von 179,5 Dollar verliert Gasprom nichts", sagt Alexander Rasuwajew, Chef-Marktanalyst der Sobinbank. "Denn Russland wird Gas bei Turkmenien zu 130 Dollar kaufen und beinahe um 40 Dollar teurer verkaufen."

    Allerdings erhebt sich erneut die Frage nach den Anteilen von russischem und turkmenischem Gas in der Mischung, die an die Ukraine geliefert wird. Der turkmenische Preis ist um 30 Prozent, der russische viel weniger gestiegen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Gasprom jetzt den Anteil von seinem eigenen Gas senken wird, um nicht beim Verkauf der Mischgases an Gewinn zu verlieren, und faktisch als Zwischenhändler agiert, der an die Ukraine nur Gas aus Turkmenien liefert, während russisches Gas direkt nach Europa gehen soll.

    Quellen: Internet-Zeitung "Gazeta.Ru" vom 4. Dezember und "Wremja Nowostej" vom 5. Dezember.

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