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    Ex-Kanzler Schröder verteidigt Bau von Ostsee-Pipeline

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    Die geplante Ostsee-Pipeline ist laut dem ehemaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder keine Konkurrenz für die Gasfernleitungen, die aus Russland via Ukraine und baltische Länder nach Europa verlaufen.

    NEW YORK, 11. Dezember (RIA Novosti). Die geplante Ostsee-Pipeline ist laut dem ehemaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder keine Konkurrenz für die Gasfernleitungen, die aus Russland via Ukraine und baltische Länder nach Europa verlaufen.

    "Heute verbraucht Europa 500 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr, bis 2015 wird es zusätzlich weitere 200 Milliarden brauchen", stellte er am Montag in der Columbia Universität in New York fest.

    "Durch die Ostsee-Pipeline werden dabei 55 Milliarden Kubikmeter befördert." "Diese Zahlen machen klar, dass die Gaspipeline, die auf dem Meeresgrund der Ostsee verlegt wird, nicht das Ziel verfolgt, mit den bereits bestehenden Gasfernleitungen zu konkurrieren", so der Ex-Bundeskanzler, der heute Aufsichtsratschef des Pipeline-Betreibers Nord Stream ist.

    Die Gegner des Projekts äußern entweder ihre Bedenken hinsichtlich der eventuellen Umweltbelastung oder leisten - wie etwa die baltischen Länder und Polen - einen "geopolitischen Gegendruck", so Schröder.

    Was die Umweltprobleme anbelange, so würden sie nach einer eingehenden Klärung aller Besorgnisse der Anrainer der geplanten Route beseitigt. Zum geopolitischen Aspekt erklärte der Ex-Bundeskanzler: "Man muss sich der historischen Bedeutung der Vergangenheit bewusst sein", die Russland mit den baltischen Ländern und Polen verbindet. Das belastet stark unsere Diskussionen. Wir können es aber auch nicht so hinstellen, als würde ganz Westeuropa von diesen russischen Gaslieferungen abhängen. Wir können nicht sagen, dass wir allein aus historischen Gründen darauf verzichten würden."

    "Russland ist ein zuverlässiger Lieferant von Energieressourcen und spielt im globalen Kontext eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung stabiler Lieferungen an die globalen Energiemärkte", betonte er. Die Bundesrepublik habe beispielsweise "weder in den Zeiten des Kalten Krieges noch jetzt Probleme mit Gaslieferungen aus der Sowjetunion und später aus Russland gehabt".

    Der russische Konzern Gasprom ist mit 51 Prozent an der Nord Stream AG beteiligt. Der erste Strang mit einer Jahresleistung von 27,5 Milliarden Kubikmeter soll 2010 in Betrieb genommen werden. Der zweite Strang soll bis 2012 fertiggestellt werden.

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