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    Putin verlegt South-Stream-Pipeline nach Bulgarien - Russlands Presse

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    MOSKAU, 21. Januar (RIA Novosti). Seinen letzten ausländischen Staatsbesuch hat Präsident Wladimir Putin Ende vergangener Woche erfolgreich abgeschlossen, schreiben russische Zeitungen am Montag.

    Der Besuch in Bulgarien verlangte dem Präsidenten allerdings Kompromisse ab. Sofia wollte die Unterzeichnung des Abkommens über den Bau der Gasleitung South Stream nicht aufschieben, weil es zum wichtigsten Transitland der neuen strategisch bedeutenden Energieroute werden wollte.

    Der Durchbruch des Kreml beim Gastransport auf dem Balkan hatte jedoch auch ein paar Kratzer. Die serbische Regierung, der Gasprom denn vorschlägt, das zweite Transitland der South-Stream-Pipeline zu werden, sah in der vorigen Woche vorerst davon ab, mit Russland ein Energie-Abkommen zu schließen (im Austausch gegen die Gaspipeline und Vorteile für Serbien, rechnet Gasprom damit, ohne Ausschreibung ans Aktien-Mehrheitspaket des staatlichen Ölkonzerns NIS zu kommen). Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica war nicht nach Sofia gekommen, obwohl nicht ausgeschlossen wurde, dass Serbien sich bereits während des Bulgarien-Besuches des russischen Präsidenten dem South-Stream-Projekt anschließen könnte. Darüber wird erst nach der Präsidentschaftswahl in Serbien entschieden.

    Die Verhandlungen in Bulgarien waren nicht einfach. Der größte Stein des Anstoßes waren Fragen nach den Beteiligungen am Pipeline-Betreiber und Garantien der Rohr-Auslastung. Nach Putins Ankunft in Sofia konferierten die Unterhändler beider Länder die ganze Nacht und kamen erst am Morgen zu einem Ergebnis.

    Ein South-Stream-Projekt von der russischen Schwarzmeerküste bis nach Südeuropa wurde von Gasprom und der italienischen Eni initiiert. Der Meeresabschnitt (Länge: 900 Kilometer, Kapazität: 30 Milliarden Kubikmeter Gas) wird auf dem Grund des Schwarzen Meeres bis zur bulgarischen Küste verlaufen. Der Bau soll 2013 abgeschlossen werden. Die schweizerische South Stream AG, deren Gründung Gasprom und Eni am Freitag bekannt gaben, soll bis Ende 2008 eine Machbarkeitsstudie zum Projekt vorlegen. Die Partner haben gleiche Anteile am Gemeinschaftsunternehmen.

    Maxim Schejin, Analyst von "Brokerkreditserrice", schätzt Baukosten für den Meeresabschnitt der Leitung auf rund vier Milliarden Dollar und das ganze Projekt auf mehr als zehn Milliarden Dollar.

    Am Freitag kam auch ein Abkommen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zustande, das die Machbarkeitsstudie der Ölpipeline Burgas - Alexandroupolis (in Umgehung der türkischen Meerenge Bosporus) ausarbeiten wird.

    Schejin betont: Zur Zeit komme es darauf an, die Öl- und Gasvorräte nicht nur zu kontrollieren, sondern auch zu befördern, und die Abkommen seien "ein weiterer Schritt Russlands auf dem Weg zur Kontrolle über die Transportaktiva in der Welt".

    Quellen: "Wremja Nowostej", "Wedomosti" vom 21.01.08.

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