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    Georgische Winzer wollen Russland reinen Wein einschenken - "Iswestija"

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    MOSKAU, 21. Januar (RIA Novosti). Die Situation um die Lieferungen von georgischen Weinen nach Russland gleicht zunehmend einem absurden Theaterspiel, schreibt die „Iswestija“ am Montag.

    Die Georgier flehen Gennadi Onischtschenko, Chef der russischen Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz (Rospotrebnadsor), beinahe an, mit ihnen in Verhandlungen zu treten. Dieser aber behauptet, niemand habe sich an ihn gewandt. Vor zwei Wochen soll der Verband der georgischen Winzer über den russischen Botschafter ein offizielles Schreiben an Onischtschenko gerichtet haben. Aber das Dokument ist auf geheimnisvolle Weise verschwunden.

    In ihrem "ausführlichen Brief" laden die georgischen Weinproduzenten Rospotrebnadsor-Inspekteure zu einem Besuch ein, damit sie sich mit den Produktionsbedingungen bekannt machen. Darunter mit dem System der Registrierung von Einfuhr, Umsatz und Lagerung von Pestiziden, die im März 2006 den Grund für das russische Embargo abgaben. Außerdem schlagen die Weinproduzenten vor, dass Fachleute aus Russland während der Ernte dabei sein sollen.

    Doch war das Briefeschreiben verlorene Liebesmühe. Onischtschenko konnte das Schreiben nicht nach Gebühr schätzen. "Es liegt keine einzige offizielle Botschaft vor, vorläufig sind das nur Deklarationen, ein offizielles Dokument habe ich nicht gesehen", erklärte der Chef von Rospotrebnadsor am vergangenen Freitag. "Heute schreiben wir schon den 18. Januar. Hätte es dieses Schreiben gegeben, so hätte es bereits eine Runde um die Erde machen und zu uns kommen können", stichelte er.

    Übrigens ist Onischtschenko mit den Vorschlägen der Georgier alles in allem bekannt, angeblich aus der Presse. Dabei gefallen sie ihm absolut nicht. "Ich denke nicht, dass wir irgendwohin eingeladen werden müssen. Zuerst sollten die anderen zu uns ohne jegliche Schreiben kommen, sich unsere professionellen Vorschläge über die weitere Zusammenarbeit anhören, und dann wird man sehen, ob man nach Georgien reisen soll oder nicht", sagte Onischtschenko deutlich.

    Die georgischen Weinproduzenten wollen aber nicht nach Moskau kommen. Haben sie etwa Angst vor dem scharfzüngigen Hygienechefarzt?

    Das Schreiben der Georgier vom Januar ist bei weitem nicht das erste. Beinahe jeden Monat wenden sich die Georgier an Rospotrebnadsor mit der Bitte, die Verhandlungen über Weinlieferungen nach Russland wieder aufzunehmen. Doch Onischtschenko ist der Ansicht, all diese Vorschläge seien "inkorrekt" und "geschraubt". Und bisweilen stellt es sich heraus, wie beispielsweise mit dem letzten Brief, dass es überhaupt keine Schreiben gab. Dazu Onischtschenko: "Es scheint nur, dass sich Georgien an uns gewandt hat."

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