08:07 20 Oktober 2018
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    Gasprom: Verlockendes Vorkommen in Aserbaidschan - "Nesawissimaja Gaseta"

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    MOSKAU, 22. Januar (RIA Novosti). Der russische Energieriese Gasprom und der norwegische Konzern Statoil verhandeln über Gaslieferungen vom aserbaidschanischen Vorkommen Schachdenis, berichtet die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" vom Dienstag.

    In Baku beeilt man sich vorläufig nicht mit Kommentaren zu dieser Nachricht. Gasprom-Vertreter verneinen den Fakt der Verhandlungen zwar nicht, geben jedoch ebenfalls keine Erklärungen.

    Im vorigen Jahr schien eine solche Entwicklung vielen unvorstellbar, weil die USA und mehrere Länder der „Alten Welt“ beabsichtigen, die Gastransportwege nach Europa zu diversifizieren. Der Westen gibt diesen Gedanken auch jetzt nicht auf und schlägt mehrere Gasexport-Projekte in Umgehung Russlands vor. Doch wirkliche Schritte in diese Richtung wurden bisher nicht getan, einzige Ausnahme bildet die bereits betriebene Gasleitung Baku - Tiflis - Erzerum. Über diese Route wird in der ersten Förderphase Gas vom Vorkommen Schachdenis (geschätzte Vorräte: 1,2 Billionen Kubikmeter) an Georgien, die Türkei, Griechenland geliefert. In einigen Jahren soll auch nach Italien dazukommen.

    Derzeit kämpfen die potentiellen Käufer hauptsächlich um Gas, das schätzungsweise ab 2013 gewonnen werden soll. Das Vorkommen wird von einem internationalen Konsortium erschlossen, dessen Betreiber und Händler British Petroleum und Statoil sind.

    Ilcham Schaban, Leiter eines Ölforschungszentrums, ist der Ansicht, dass der Plan Gasproms, den Rohstoff in Aserbaidschan zu erwerben, mehr als logisch ist. Zieht man Russlands neue Pläne in Betracht, eine Gasleitung nach Bulgarien zu verlegen, die für ihre Auslastung zusätzliches Gas brauchen wird. Auch für Baku ist das wirtschaftlich günstig, denn "es gibt heute mehr als genug Firmen, die am Kaspi-Gas interessiert sind, aber bis zu konkreten Schritten gedeiht die Sache nicht".

    "Die Angebote von Gasprom können schon deshalb attraktiv sein, weil zwischen Aserbaidschan und Russland die Gasleitung Gadschikabul - Mosdok besteht, die heute im Grunde still steht. Ohne übermäßige Aufwendungen können über diese Leitung schon 2013 rund zehn Milliarden Kubikmeter Gas von Schachdenis exportiert werden", sagte Schaban. Seiner Ansicht nach ist das ein sehr verlockendes Projekt, das obendrein den Aktionären des Konsortiums langwierige Verhandlungen mit potentiellen Käufern ersparen wird.

    Die Vorteile für Gasprom seien ebenfalls offensichtlich. Erstens würden die Transportkosten des Gases aus Aserbaidschan weit geringer sein als etwa aus Turkmenien oder dem russischen Ostsibirien. Zweitens werde Gasprom durch den Gaskauf auf Schachdenis die Realisierung der Bau-Projekte wie die "Nabucco"-Pipeline überflüssig machen, sagt der Experte.

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