05:00 20 Februar 2018
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    Gaz de France umwirbt Lukoil für Russland-Geschäft - "Business & Financial Markets"

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    MOSKAU, 22. Januar (RIA Novosti). Der französische Gasversorger Gaz de France hat seinen Wunsch kundgetan, zusammen mit Lukoil die zusätzlich emittierten Aktien des territorialen Stromerzeugungsunternehmens TGK-10 (Westsibirien) aufzukaufen.

    Das berichtet das russische Wirtschaftsblatt „Business & Financial Markets" am Dienstag.

    Analysten sehen in diesem Tandem nichts Ungewöhnliches, weil der Preis des angebotenen Pakets recht beeindruckend ist: drei Milliarden Dollar. Ob Lukoil selbst dieses Angebot lohnend finden wird, ist vorläufig unbekannt.

    Wie Quellen mitteilen, hat Lukoil noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Im russischen Ölkonzern wird diese Information bislang nicht kommentiert.

    "Die Frage ist, inwiefern die Gesellschaft für Lukoil interessant ist", sagt Irina Filatowa, Analystin von Brokerkreditservice. Die Erdölgesellschaft hat bereits unter Vermittlung der Finanzgruppe IFD Capital Stromunternehmen in Südrussland an sich gebracht, und zwar durch den Kauf des Mehrheitsanteils an der TGK-8. Der Erwerb von TGK-10 würde es Lukoil erlauben, die Kosten für den Gas- und Öltransport beträchtlich zu senken, weil die TGK-Kraftwerke in den wichtigsten Gebieten der Öl- und Gasvorkommen liegen: in den Gebieten Tjumen und Tscheljabinsk sowie in den Autonomen Bezirken der Chanten und Mansen und der Jamal-Nenzen.

    Filatowa schätzt die Marktkapitalisierung der TGK-10 unter Berücksichtigung der noch nicht abgeschlossenen Konsolidierung des Stromerzeugungsunternehmens Kurgan auf 1,8 Milliarden US-Dollar. Der Experte der Finanzgesellschaft "Otkrytije", Wassili Saposchnikow, schätzt sie auf 1,6 Milliarden Dollar. Diese Schätzungen entsprechen 612 bis 613 Dollar je ein Kilowatt der installierten Leistung von TGK-10. Das ist im Vergleich zu dem gesamten TGK-Segment teuer. Für das ganze Paket von TGK-10 werden die Franzosen drei Milliarden Dollar hinblättern müssen (staatliches Paket: 23 Prozent; Zusatzemission: 53,6 Prozent). Deshalb ist die Suche von Gaz de France nach einem Partner durchaus begründet.

    Schon allein das Auftauchen eines neuen Mitbewerbers im Format der Gaz de France verschärft die Konkurrenz. Früher gaben Rosneft, das finnische Unternehmen Fortum und der Metallproduzent Norilsk Nickel ihre Interesse bekannt. Nach Saposchnikows Ansicht zieht die Investoren der Umstand an, dass man, den Kauf der Zusatzaktien mitgerechnet, die Kontrolle des Unternehmens ohne das staatliche Paket erlangen könne. "Attraktiv am Stromerzeugungsunternehmen ist auch, dass sie kein Aktionär mit Sperrminorität beteiligt ist, der jederzeit die Realisierung des Vorrechts beantragen und die Kontrolle beibehalten könnte", sagt der Experte.

    Die Platzierung der Zusatzemission und der Verkauf des staatlichen Anteils an TGK-10 sollen im Februar/März stattfinden. Gestern fielen die Aktien von TGK-10 an der Moskauer MICEX-Börse lediglich um 1,31 Prozent, was weit besser ist als die Marktsituation angesichts der weltweiten Börsenkrise.