16:22 26 September 2017
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    Wettrennen um WTO-Beitritt: Ukraine vor Russland am Ziel - „Gazeta.ru“

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    MOSKAU, 06. Februar (RIA Novosti). Die Welthandelsorganisation (WTO) hat die Ukraine in ihre Reihen aufgenommen.

    Jetzt wird Moskau mit Kiew über seine WTO-Beitrittsbedingungen verhandeln müssen, schreibt die russische Internetzeitung „Gazeta.ru“ am Mittwoch.

    Dieses Wettrennen ist für beide Länder nach Ansicht von Experten von politischer Bedeutung. Für die Ukraine bedeutet der WTO-Beitritt einen weiteren wirtschaftlichen Schritt in Richtung Europa, stellt Alexej Makarkin, Vizegeneraldirektor des Zentrums für politische Technologien, fest. Die Ukraine habe mehrmals betont, sie sei an einem einheitlichen Wirtschaftsraum mit Russland, Weißrussland und Kasachstan nicht interessiert. Andererseits hofft Kiew darauf, dass die WTO-Mitgliedschaft ihr bei den Verhandlungen mit der EU über die Schaffung einer Freihandelszone helfen könnte.

    Als WTO-Vollmitglied kann die Ukraine bei den Verhandlungen über einen WTO-Beitritt Russlands wirtschaftliche Anforderungen stellen. Probleme in den bilateralen Beziehungen gibt es genügend.

    So könnte die Ukraine eine Herabsetzung der Preise für die russischen Gaslieferungen und eine Anhebung des Tarifs für den Gastransit fordern. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat bereits dieser Tage seine Hoffnung auf „überaus interessante Verhandlungen“ über Anti-Dumping-Maßnahmen und andere Einschränkungen geäußert, die Russland für den ukrainischen Export beschlossen hat. Die daraus resultierenden Verluste werden auf rund drei Milliarden Dollar geschätzt.

    Russische Beamte haben indes betont, dass ein möglichst baldiger WTO-Beitritt kein Selbstzweck für Russland sei. Das wichtigste bestehe in der Erhaltung der Interessen der einheimischen Produzenten, stellte Michail Winogradow, Generaldirektor des Zentrums für politische Konjunktur, fest. Im Großen und Ganzen stünden diese Bedingungen bereits fest und seien recht akzeptabel, sagte er. So hat Russland seine Importquoten für Fleisch und die staatliche Unterstützung für den Flugzeugbau durchgesetzt. Jetzt bemüht es sich um das Recht auf Subventionen für die russische Landwirtschaft in Höhe von neun Milliarden Dollar im Jahr. Diese „Eile-mit-Weile“-Politik könne Russland in Zukunft mehr Vorteile von der WTO-Mitgliedschaft bringen als der Ukraine, betonte der Experte.

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