01:05 25 September 2017
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    Von Uran-Förderung bis AKW-Bau: Russland und Armenien planen gemeinsame Atomprojekte

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    JEREWAN, 06. Februar (RIA Novosti). Russland und Armenien haben während des Jerewan-Besuchs des russischen Regierungschefs Viktor Subkow wichtige gemeinsame Atomprojekte vereinbart.

    So wollen beide Staaten ein Joint Venture zur Erkundung armenischer Uran-Reserven gründen. Das Uran soll dann im internationalen Anreicherungszentrum in der sibirischen Stadt Angarsk angereichert werden. Außerdem tritt Russland bei der Ausschreibung zum Bau eines neuen Atomkraftwerkes in Armenien an.

    Uran-Förderung in Armenien

    Russland ist laut dem Chef der Atomholding Rosatom, Sergej Kirijenko, bereit, die Prospektierung und die Ausbeutung der armenischen Uran-Reserven zu finanzieren, die auf 30 000 bis 60 000 Tonnen geschätzt werden. Hierfür soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das den Zugang zu den russischen Archivdaten über armenische Uran-Vorräte bekommen soll. Russland habe bereits 2007 erste Spezialisten zur Uran-Erkundung nach Armenien entsandt. In diesem Jahr sollen vier weitere Teams in den Kaukasus-Staat reisen. 2008 will Russland drei Millionen US-Dollar in die Erkundungsarbeiten investieren. Von Seiten Russlands beteiligt sich Atomredmetsoloto, Tochter der Atomholding Atomenergoprom, an dem Joint Venture.

    Uran-Anreicherung in Sibirien

    Der russische Regierungschef Viktor Subkow und sein armenischer Amtskollege Sergej Sarkissjan einigten sich auf eine Einbindung Armeniens in die Uran-Anreicherung im internationalen Zentrum Angarsk in Südsibirien. Kirijenko würdigte die Vereinbarung als "wichtiges Dokument" und als Beitrag zum Non-Proliferationsregime. Bislang waren an dem im Mai 2007 gegründeten internationalen Uran-Anreicherungszentrum in Angarsk nur Russland und Kasachstan beteiligt.

    Armenien will neues AKW

    Armenien will ein neues Atomkraftwerk als Ersatz für das jetzige AKW bauen, das 2016 außer Betrieb gesetzt werden soll. Um zu entscheiden, wer die Bauarbeiten übernimmt, plant die Regierung in Jerewan eine Ausschreibung, bei der auch Russland antreten will. Laut Rosatom-Chef Kirijenko hat Russland gute Chancen auf den Sieg. Das neue AKW von 1 000 MW wird Armenien voraussichtlich mehr als eine Milliarde US-Dollar kosten und sowohl den eigenen Strombedarf decken als auch für den Export reichen.

    Das jetzige armenische AKW, das von der russischen Firma Inter RAO EES betrieben wird und eine Leistung von knapp 500 MW hat, soll in acht Jahren heruntergefahren werden. Um die Kontinuität der Stromversorgung zu sichern, solle spätestens Anfang 2011 mit dem Bau des neuen Kraftwerkes begonnen werden, sagte Kirijenko.

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