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    Shtokman-Projekt soll Gazprom Weg nach Europa ebnen - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 22. Februar (RIA Novosti). Der russische Energiekonzern Gazprom hat mit seinen ausländischen Partnern ein Abkommen über Erschließung des gigantischen Gaskondensatvorkommens Shtokman abgeschlossen, schreibt das russische Nachrichtenportal „Gazeta.Ru“ am Freitag.

    Gazprom will die Risiken aufteilen und die Technologien der französischen Total und der norwegischen StatoilHydro für die Arbeit auf dem Schelf nutzen. Aber das Hauptziel des russischen Monopolisten ist der Zugang zu den Gasversorgungsnetzen der Partnerländer, wogegen sich die Europäische Union heftig wehrt.

    Das Gemeinschaftsunternehmen der drei Shtokman-Partner ist in der Schweiz eingetragen worden und heißt Shtokman Development AG (51 Prozent gehören Gazprom, Total und StatoilHydro haben jeweils 25 und 24 Prozent). Laut Vorschätzungen wird die erste Erschließungsphase mit den Vorräten von 3,8 Billionen Kubikmeter Gas und rund 37 Millionen Tonnen Gaskondensat zwölf bis 14 Milliarden Dollar kosten.

    Vermutlich will sich Gazprom an Förderprojekten für Vorkommen der Partnerländer beteiligen, vor allem aber geht es dem russischen Gasriesen um den Zugang zu den Versorgungsnetzen. "Die Anwesenheit der französischen Total im Projekt zeugt indirekt davon, dass Gazprom den Zugang zu den Gasverteilungsnetzen Frankreichs sowie Belgiens bekommen wird", so Chalil Schachmametjew, Chefanalyst der Finanzgesellschaft "Otrkytije".

    Dennoch ist diese Aussicht vorerst zweifelhaft. "Schlimmstenfalls erhält Gazprom Aktiva dieser Gesellschaften", sagte Timur Chairullin von der Investmentgesellschaft "Entente Capital". "Trotz ihrer lobbyistischen Positionen in Europa werden viele Entscheidungen auf der EU-Ebene getroffen. Um seine Präsenz auszubauen, muss Gazprom das politische Veto überwinden."

    Wie die Experten übrigens finden, ist der Einfluss Frankreichs und Norwegens in der EU so groß, dass dies beide Länder in der Lage sind, die Beschlüsse selbstständig anzunehmen. "Sowohl für Frankreich als auch für Norwegen - beides Länder mit einem bedeutenden Gewicht in der EU - ist es strategisch wichtig, sich an Shtokman zu beteiligen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass die Regierungen dieser Länder Gazprom entgegenkommen und ihr gewichtiges Wort zur Unterstützung Russlands als Energiepartner äußern können", erläutert Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien.

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