05:05 19 Februar 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    Russland baut Bahnstrecke statt Kampfjets für Algerien - "Kommersant"

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 22. Februar (RIA Novosti). Die Russische Eisenbahnen AG (RZD) hat gestern die Ausschreibung für den Bau eines Bahnknotenpunkts in Algerien gewonnen, schreibt die russische Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Der Sieg war zum Teil dadurch zu Stande gekommen, weil sich Russland bereit erklärte, 15 an Algerien gelieferte MiG-Jets zurückzunehmen. Laut Expertenschätzungen ist zur Zeit der Gewinn aus dem Abkommen (rund 300 Millionen Dollar) mit dem Verlust aus dem Vertrag über die Flugzeuge (1,286 Milliarden Dollar) nicht zu vergleichen. Aber in den kommenden Jahren will Algerien sieben Milliarden Dollar für die Eisenbahn ausgeben.

    Wie eine hochrangige Quelle im russischen Industrie- und Energieministerium der Zeitung "Kommersant" mitteilte, war der Zuschlag für RZD eine Bedingung Russlands für die Rücknahme der 15 Jäger MiG-29SMT und MiG-29UBT.

    "Algerien muss Frankreich und den USA demonstrieren, dass es nicht in allen Richtungen - Erdöl, Gas, militärtechnische Kooperation - an die Zusammenarbeit mit Russland gebunden ist", erläuterte eine Quelle im Föderalen Amt für militärtechnische Zusammenarbeit. "Der Vertrag über die MiG-Maschinen hatte einfach kein Glück: Er wurde als Mittel der politischen Demonstration ausgewählt."

    Wie der Gesprächspartner aus dem Föderalen Amt sagte, gilt der Vertrag über die Lieferung von Jägern nicht als gekündigt. "Möglicherweise wird Algerien auf das Thema des Kaufs von russischen Flugzeugen zurückkommen", heißt es in der Behörde. Algerien sind bereits die moderneren MiG-29M2 oder MiG-35 angeboten worden.

    Eine Quelle im Flugzeugbau behauptet, es gebe eine Vorvereinbarung über den möglichen Verkauf der 15 Maschinen an das russische Verteidigungsministerium. "Es ist zweckmäßig, die von Algerien zurückgesandten MiG-29SMT-Flugzeuge den Luftstreitkräften Russlands zu übergeben", so Konstantin Makijenko, Experte vom Zentrum für die Analyse von Strategien und Technologien. "Dann werden russische Flieger erstmalig in der postsowjetischen Zeit moderne Jagdflugzeuge zu ihrer Verfügung haben, und den ausländischen Auftraggebern wird ein klares Signal gegeben, dass das Gespräch von der Möglichkeit, notfalls einen ausländischen durch einen russischen Abnehmer zu ersetzen, keine leere Rhetorik ist."

    Der Chef der Analyseagentur Infranews, Alexej Besborodow, schätzt den Vertrag über den Bau der Bahnstrecke auf zwei bis 2,5 Millionen Dollar pro Kilometer, das heißt "maximal auf 300 Millionen Dollar". Nach Angaben der ausländischen Presse plant die algerische Regierung, bis 2010 ungefähr sieben Milliarden Dollar für die Entwicklung der Eisenbahn zu investieren, so dass sich die RZD über die weitere Zusammenarbeit mit diesem Land einigen könnte.