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    Forbes-Liste: Russland - zweitgrößtes Land der Milliardäre - "Nesawissimaja Gaseta"

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    MOSKAU, 07. März (RIA Novosti). Schon seit mehr als sechs Jahren mehrt sich die Zahl der Milliardäre in Russland in rasantem Tempo.

    Gegenüber 2002 ist sie beinahe auf das 12-fache gestiegen, schreiben russische Zeitungen am Freitag.

    Die am gestrigen Donnerstag im "Forbes"-Magazin veröffentlichte neue Liste umfasst 1125 Personen, deren Vermögen bei über eine Milliarde Dollar liegt. Russland mit 87 Milliardären steht erstmalig an zweiter Stelle gleich nach den USA, und das mit weitem Abstand zu Deutschland (59 Mega-Reiche), das den ehrenvollen zweiten Platz sechs Jahre lang einnahm.

    "Die Rekordzunahme der Zahl der Milliardäre in Russland erklärt sich mit dem hohen wirtschaftlichen Wachstumstempo, einer intensiven Konsolidierung der Aktiva sowie mit der in den letzten Jahren zunehmenden Ungleichheit in den Einkommen", betont Igor Nikolajew, Leiter der Abteilung für strategische Analysen bei der Finanzgesellschaft FBK.

    Wie abnorm die Zahl der russischen Milliardäre sei, sagt er, veranschaulicht ein Vergleich zwischen den Dimensionen der Wirtschaften der USA, Deutschlands und Russlands und der Zahl der lokal betuchten Menschen. "Die Wirtschaft Deutschlands ist um etwa 50 Prozent größer als die von Russland, während Russland beinahe um ein Viertel mehr Milliardäre hat. Ein ähnliches Missverhältnis ist auch bei einem Vergleich zu den USA zu sehen", erläutert Nikolajew. Ein zusätzlicher Stimulus für den Zuwachs von milliardenschweren Vermögen sei die staatliche Politik der Konsolidierung der Aktiva.

    "Die Gründe des rasch steigenden Ratings der Russen in der 'Forbes'-Liste sind das Anziehen der Weltpreise für Energierohstoffe und eine himmelschreiende soziale Differenzierung", sagt Andrej Schastitko, Direktor des "Büros für Wirtschaftsanalyse". Die großen Gesellschaften in Russland verschlingen rasch die Profil- und die anderen Aktiva, sagt er, weshalb sich der Vorteil aus der günstigen Weltkonjunktur auf eine relativ schmale Eigentümergruppe konzentriere.

    "Der Einkommensstruktur nach nähert sich Russland rasch dem lateinamerikanischen Modell der Ungleichheit an", betont Schastitko.

    Nach Meinung von Analysten hat Russland der Zahl der Milliardäre nach fest den zweiten Platz eingenommen und werde ihn in absehbarer Zukunft wohl kaum abtreten, auch nicht an so schnell wachsende Länder wie Indien oder China. "In den nächsten Jahren werden die Preise für Energieträger, Metalle und andere Exportrohstoffe aus Russland am ehesten hoch bleiben, und dieser Faktor wird den Russen aus der 'Forbes'-Liste ihre Vermögen noch vergrößern helfen", meint Schastitko.

    "Die chinesischen Behörden versuchen, in ihrem Land ein herausforderndes Wachstum der Zahl von Millionären und Milliardären nicht zuzulassen, deshalb wird China an den oberen Positionen der 'Forbes'-Liste Russland kaum Konkurrenz machen", stimmt dem Nikolajew zu.

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