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    Ukraine erstattet Gazprom die bis Ende Februar verbrauchten Gasmengen zurück - MEHR

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    Neuer Gasstreit Russland - Ukraine (207)
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    Die Ukraine wird dem russischen Gaskonzern Gazprom 1,4 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas zurückerstatten, das sie im Januar und Februar 2008 verbraucht hat und dessen Preis von 315 US-Dollar pro 1000 Kilometer an diesem Donnerstag vertraglich festgelegt wurde.

    KIEW, 13. März RIA Novosti). Die Ukraine wird dem russischen Gaskonzern Gazprom 1,4 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas zurückerstatten, das sie im Januar und Februar 2008 verbraucht hat und dessen Preis von 315 US-Dollar pro 1000 Kilometer an diesem Donnerstag vertraglich festgelegt wurde.

    Das teilte der Pressesprecher des ukrainischen Gasversorgers Naftogas Ukrainy, Valentin Semljanski, am Donnerstag RIA Novosti mit.

    "Wir werden diese Gasmengen eindeutig zurückgeben", sagte er.

    Nach Gazprom-Angaben hat die Ukraine im Januar und Februar rund 1,9 Milliarden Kubikmeter russisches Gas im Werte von 600 Millionen Dollar abgepumpt.

    Der Vorstandsvorsitzende des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, und der Chef des ukrainischen Unternehmens Naftogas Ukrainy, Oleg Dubina, haben am Donnerstag ein Abkommen über die weiteren Gasgeschäfte unterzeichnet.

    Wie Gazprom am Donnerstag mitteilte, wird Naftogas einen Kaufvertrag mit RosUkrEnergo über den Erwerb des russischen Gases schließen, das im Januar und Februar zu einem Basispreis von 315 Dollar pro 1 000 Kubikmeter an die Ukraine geliefert wurde. Die Bezahlung soll dabei in Form der Rückerstattung der entsprechenden Gasmengen erfolgen.

    "Vom 1. April 2008 an wird eine Tochtergesellschaft von Gasprom oder ein affiliertes Unternehmen jährlich direkte Gaslieferungen an die ukrainischen Industrieabnehmer in einem Umfang von mindestens 7,5 Milliarden Kubikmetern tätigen", heißt es im Vertrag.

    Auf die Frage der RIA Novosti, welches Unternehmen konkret das Erdgas für ukrainische Industrieabnehmer verkauft, sagte Semljanski, dass das Gazprom als Urheber dieser Idee wissen müsse. Zugleich bestätigte er, dass Gazprom gemäß dem heutigen Abkommen statt des gegenwärtigen 25-prozentigen und des beanspruchten 50-prozentigen Anteils auf dem Binnenmarkt der Ukraine nur zehn Prozent haben wird.

    Bis jetzt befasst sich der Gashändler UkrGasEnergo mit dem Gasvertrieb für ukrainische Verbraucher.

    UkrGasEnergo ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Naftogas und dem in der Schweiz eingetragenen Unternehmen RosUkrEnergo, an dem 50 Prozent Gazprom und 50 Prozent zwei ukrainischen Unternehmern gehören. Das Unternehmen UkrGasEnergo, dessen Auflösung die Regierung der Ukraine beschloss, kaufte bei RosUkrEnergo den gesamten Gasimportumfang.

    Damit werden die vorläufigen, im Februar erzielten Vereinbarungen über die Gründung von zwei Joint Ventures durch Naftogas und Gazprom, von denen sich das eine mit dem Gasabsatz auf dem ukrainischen Markt hätte befassen sollen, aufgehoben.

    Mit dem heutigen Abkommen wird vorerst ein Schlusspunkt im Gaskonflikt zwischen Gazprom und der Ukraine gesetzt, der Anfang März zu einer vorübergehenden Einschränkung der Gaslieferungen an die Ukraine geführt hat.

    Der Streit entzündete sich vor allem wegen der ukrainischen Schulden für bereits erfolgte Gaslieferungen sowie wegen der Ablehnung des bisherigen Lieferschemas durch die ukrainische Seite.

    Naftogas und Gazprom haben vereinbart, weiterhin über die Konditionen für die Gaslieferung an die Ukraine 2009 und in den nachfolgenden Jahren unter Berücksichtigung der Marktlage bei den Einkaufspreisen für zentral- und mittelasiatisches Erdgas zu verhandeln.

    Somit soll bis Jahresende Gas aus Zentralasien in einem Umfang von mindestens 49,8 Milliarden Kubikmetern zu 179,5 Dollar pro 1 000 Kubikmeter in die Ukraine geliefert werden.

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