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    Gazprom erwartet Rekordgewinne wegen rasantem Preisanstieg in Europa - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 17. März (RIA Novosti). Wegen des Rekordanstiegs der europäischen Gaspreise können die Einnahmen des russischen Energiekonzerns Gazprom am Jahresende 2008 auf 110 Milliarden Dollar steigen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Montag.

    Wie der Chef des russischen Gasmonopolisten, Alexej Miller sagt, werden die Gaslieferungen an die EU-Länder bis auf 157 Milliarden Kubikmeter anwachsen, was sechs Milliarden Kubikmeter mehr sind als im Vorjahr. Im Grunde nicht so viel, könnte man denken, weil das vorige Jahr für Gazprom schlecht gelaufen war: Erstmalig war der Export von Gazprom gesunken, und das nicht nur gegenüber 2006 (Gesamliefermenge: 161,5 Milliarden Kubikmeter), sondern auch gegenüber 2005 (Gesamtliefermenge: 156 Milliarden Kubikmeter). Der Energieriese erklärte die nachlassende Nachfrage mit den warmen Wintern.

    Dennoch gab es für Gasprom keine Gewinnverluste: Die europäischen Gaspreise werden nach einer Formel erstellt, die an den rapide steigenden Ölpreis gebunden ist. Miller rechnet damit, dass die Preise in diesem Jahr wieder eine Rekordhöhe erreichen werden. Seinen Worten zufolge hatte Gazprom zuvor für dieses Jahr einen Preis für das ferne Ausland von 310 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas prognostiziert, dabei beträgt er in Europa schon jetzt über 370 Dollar.

    "Wir nehmen an, dass sich 2008 der Durchschnittspreis auf 378 Dollar belaufen oder sogar 400 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas erreichen kann", sagte der Gazprom-Chef am Freitag bei einer Unterredung mit Präsident Wladimir Putin. Dabei stimmte er Putin zu, dass der Gaspreisanstieg auch dem schwachen Dollar zu verdanken ist. Dennoch überholt laut Miller die Preisdynamik den Fall des Dollars und wirkt sich in keine Weise auf die wachsende Nachfrage auf dem europäischen Markt aus.

    Analysten sind der Ansicht, dass Miller mit seinen Einschätzungen richtig liegt. In diesem Jahr wird der Durchschnittspreis von russischem Gas in Europa 369 Dollar pro 1000 Kubikmeter und im dritten Quartal wegen der hohen Öl- und vor allem Masutpreise auf 400 Dollar ansteigen, heißt es in einem Bericht von Troika Dialog. Analysten der Deutsche Bank halten die Prognose von Gazprom ebenfalls für realistisch, obwohl der laufende Preis ihrer Ansicht nach etwas weniger - 340 Dollar pro 1000 Kubikmeter - beträgt

    Wenn das Wetter Gazprom nicht wieder einen bösen Streich spielt und sich Millers Prognose bewahrheitet, wird der Monopolist am Jahresende rekordmäßige finanzielle Ergebnisse aufweisen können. Nach Schätzung des Analysten von IFK Solid, Denis Borisow, werden die Nettoeinnahmen von Gazprom aus dem Export (nach Abzug der Zollabgaben) 43 bis 43 Milliarden Dollar erreichen (nach den Ergebnissen von 2007 werden rund 31 Milliarden Dollar erwartet, 2006 waren es 31,2 Milliarden Dollar). Die Gesamteinnahmen in diesem Jahr auch unter Berücksichtigung des Inlandsmarkts (nach Abzug von Zöllen, Akzisen und Mehrwertsteuern) schätzt der Experte auf 110 Milliarden Dollar, was ebenfalls ein Rekord ist: Nach den Ergebnissen von 2007 werden 88 bis 89 Milliarden erwartet, und 2006 waren es 79,3 Milliarden Dollar.

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