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    Rosatom macht Gazprom Konkurrenz in Kaliningrad - "Kommersant"

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    MOSKAU, 17. April (RIA Novosti). Die russische Atomholding Rosatom hat beschlossen, bis 2015 im Gebiet Kaliningrad ein AKW mit einer Leistung von 2300 Megawatt zu bauen und einen Teil der Energie exportieren, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Im Ergebnis wird das AKW nicht nur dem AKW-2 in Ignalina (Litauen), das im selben Jahr fertig gebaut werden soll, Konkurrenz machen, sondern auch dem Kaliningrader Wärmekraftwerk-2, das Gazprom gehört. Zudem kann das neue AKW die Abhängigkeit Europas von russischem Gas abbauen.

    Rosatom schätzt den Bau von zwei Blöcken (von je 1150 Megawatt) und der Infrastruktur auf fünf Milliarden Euro. Zur Finanzierung des Projektes soll eine Gesellschaft gegründet werden. Die Atomholding ist bereit, bis zu 49 Prozent von deren Aktien einem Investor aus dem Westen abzutreten. Mit der Suche nach dem Investor und dem Stromexport wird sich im Auftrag von Rosatom die Inter RAO beschäftigen.

    Die Schließung des AKW in Ignalina war eine der Bedingungen für Litauens EU-Beitritt. Der erste Reaktor des AKWs wurde Ende 2004 außer Betrieb gesetzt, der zweite soll laut Plan 2009 voll abgeschaltet werden, wonach in der Region ein Strommangel entstehen wird. Aber Litauen hofft immer noch, die EU von der Möglichkeit eines sicheren Betriebs des Kraftwerks bis etwa 2015 zu überzeugen. Bis dahin soll auf seiner Basis das AKW-2 Ignalina fertig sein.

    Die Inter RAO ist bereits in der Stromwirtschaft Kaliningrads mittels eines Joint Ventures mit Gazprom tätig, gemeinsam besitzen sie das Wärmekraftwerk-2. In Anbetracht der wachsenden Leistungen dieses Werks nennt man bei Gazprom den Bau eines AKW "nicht abgestimmte Handlungen nach dem Zerfall des Verbundnetzes von RAO UES und Rosatom". Ein Gesprächspartner bei Gazprom sagte der "Kommersant", dass das neue AKW ausreichend im Gegensatz zum Wärmekraftwerk ausgelastet sein würde.

    "Die angegebene Leistung des AKW liegt über den Bedarf des Gebiets Kaliningrad, das Projekt ist offenkundig auf den Stromexport nach Polen und Litauen mit ihrem Strommangel berechnet", so Analyst Dmitri Terechow vom Finanzhaus Metropol. Seiner Ansicht nach wird der direkte Stromimport diese Länder von den Gaslieferungen befreien. Das wäre noch ein Nachteil für das Gazprom-Projekt.

    Der Analyst fügt hinzu: Falls das Kaliningrader Projekt erfolgreich realisiert werde, könnten sich in Litauen infolge des Überschusses an den Energie Probleme mit dem AKW-2 in Ignalina einstellen. Aber Dmitri Skworzow von der Bank Moskwy denkt, dass beide Projekte ausschließlich exportorientiert seien. "Unter Berücksichtigung der Stromlieferungen an andere osteuropäische Länder wird das AKW-2 in Ignalina ausreichend Potential haben, obwohl Litauen jetzt über seine Rentabilität wird nachdenken müssen", findet der Analyst.

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