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    Gazprom will mit Einstieg in Belgien Europa an seine Präsenz gewöhnen - "RBC Daily"

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    MOSKAU, 20. Mai (RIA Novosti). Die Gazprom-Tochter Gazprom Marketing & Trading Ltd (GM&T) hat eine Lieferlizenz für Industrieabnehmer in Belgien bekommen, berichtet die Wirtschaftszeitung "RBC Daily" am Dienstag.

    Nach Ansicht von Experten sind die strategischen Vorteile, die der russische Gasmonopolist davon bekommt, größer als die wirtschaftlichen.

    Gazprom gehört damit zu den 25 Unternehmen in Belgien, die eine Zulassung bekommen haben. Bisher war der russische Gaskonzern als Aktionär der Gesellschaft Wingas (Joint Venture mit Wintershall, in dem Gazprom 50 Prozent minus eine Aktie besitzt) auf dem belgischen Markt aktiv.

    Wie GM&T-Sprecher Philip Dewhurst mitteilte, wurde mit potentiellen Gasabnehmern zwar noch nicht verhandelt, dennoch will der Konzern zu einem ernsthaften Konkurrenten für die anderen Gasversorger auf belgischem Markt werden.

    Auf ähnliche Weise hatte GM&T bereits die Märkte Großbritanniens und Frankreichs erschlossen. Allein in Großbritannien hat der Konzern bereits "mehrere Tausend Abnehmer in der Industrie". Zuvor hatte Gazprom verkündet, der Konzern wolle in den kommenden fünf Jahren zehn bis 15 Prozent des französischen Gasmarkts und 15 bis 20 Prozent des britischen Markts im Jahr 2015 für sich gewinnen.

    Wie Konstantin Tscherepanow, Analyst des Finanzunternehmens KIT Finans, feststellte, ist das strategische Ziel von Gazprom gerade die Herstellung von Direktbeziehungen mit Endabnehmern in Europa. Das gilt auch für Belgien, selbst wenn dieses Land nicht gerade ein großer Gaskonsument ist. Auf diese Weise gewöhnt Gazprom die europäischen Abnehmer an seine Präsenz auf dem Markt.

    "Der wichtigste Konkurrenzvorteil von Gazprom ist das Vorhandensein von eigenem Gas", so Tscherepanow. "Auch wenn der Konzern im Anfangsstadium einen geringen Marktanteil besitzen wird, könnte dieser in Zukunft wachsen."