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    Aserbaidschan und Turkmenistan erwägen Bau von Transkaspi-Pipeline - "Kommersant"

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    MOSKAU, 20. Mai (RIA Novosti). Nach langer Funkstille in den Beziehungen finden Turkmenistan und Aserbaidschan eine gemeinsame Sprache, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Präsidenten beider Länder, die sich gestern erstmals in Baku getroffen haben, stand der mögliche Bau einer transkaspischen Pipeline, mit der Energieträger aus Zentralasien unter Umgehung Russlands transportiert werden können.

    Die Hauptfrage auf der Tagesordnung war im Voraus bekannt. Kurz vor der Ankunft des turkmenischen Staatschefs Gurbanguly Berdymuchammedow in Baku gab der aserbaidschanische Industrie- und Energieminister Natik Alijew zu verstehen, dass sich die Präsidenten auf die Energiezusammenarbeit konzentrieren wollen: "Auf der Tagesordnung steht die Zusammenlegung der Infrastrukturen der maritimen Vorkommen von Aserbaidschan und Turkmenien. Die Rede ist von dem Zusammenschluss der Öl- und Gas-Pipelines und von gegenseitiger Hilfe bei der Beförderung der Energieressourcen."

    Das Pipeline-Projekt wird seit langem von den USA und der EU herbeigesehnt; im vorigen Jahr bewilligte das US-Außenministerium sogar Ausgaben für die Machbarkeitsstudie des Projektes. Im April war EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner in Aschchabad und vereinbarte, dass Turkmenistan für das kommende Jahr zehn Milliarden Kubikmeter Gas für die EU reservieren werde. In gleichen Monat versicherte Berdymuchammedow, Brüssel werde die Möglichkeit haben, sich an Ausschreibungen für die Erschließung neuer Gasvorkommen in Turkmenistan zu beteiligen. Ferrero-Waldner sprach von einer möglichen Route durch das Kaspische Meer als günstigste Transportvariante. Falls eine solche 200 Kilometer lange Gasleitung gebaut wird (der Wert kann über eine Milliarde Dollar betragen), so wird Gas weiter durch die Pipeline Baku - Tiflis - Ersurum (Leistung: acht Milliarden Kubikmeter jährlich) befördert werden. In diesem Fall verwandelt sich Turkmenistan in eine Ressourcenbasis für die Nabucco-Gasleitung aus der Türkei in die EU. Dieser Bau ist ein Traum von Brüssel.

    Experten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer Vereinbarung zwischen Baku und Aschchabad groß. Michail Kortschemkin, Direktor der Agentur East European Gas Analysis, ist der Ansicht: "Vom Standpunkt der Geschäftswelt verspricht das Projekt sehr vorteilhaft zu sein; für Turkmenistan wird es sogar günstiger sein als die von Russland vorgeschlagene Gasleitung im Kaspi-Raum." Nach Ansicht des Experten "sind die Transportkosten beim Transkaspi-Projekt weit geringer, und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Turkmenistan für den Bau überhaupt nichts wird zahlen müssen". Im Ergebnis werde Turkmenistan, so Kortschemkin, Handlungsspielraum haben, was die Wahl der Transportrouten für sein Gas betrifft, während die Positionen von Gazprom stark ins Schwanken geraten könnten.

    "Als fraglich kann sich sogar die Realisierung der bestehenden Gazprom-Verträge in Turkmenistan erweisen, denn die durchschnittliche Dauer eines Vertrags in diesem Lande beträgt sechs bis neun Monate", so der Direktor von East European Gas Analysis.

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