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    Russland will Turkmenien Kaspi-Pipeline mit Waffendeals schmackhaft machen - "Kommersant"

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    MOSKAU, 24. Juni (RIA Novosti). Turkmenien hat mit Russland den Kaufvertrag über sechs Mehrfachraketenwerfer vom Typ Smertsch perfekt gemacht, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Es handelt sich dabei um das erste größere Waffengeschäft Moskaus mit Aschchabad seit zehn Jahren. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen diesem Geschäft und den Verhandlungen über die Kaspi-Gaspipeline.

    Wie aus dem Maschinenwerk Motowilichinskije Sawody zu erfahren war, werden in diesem Jahr zwei der sechs Raketenwerfer mit einer Reichweite von 90 Kilometern geliefert, die restlichen im kommenden Jahr. Laut Vertrag muss Turkmenien für die sechs Raketenwerfer geschätzte 70 Millionen Dollar berappen.

    Zuvor war Aschchabad um eine militärtechnische Kooperation mit der Nato sowie mit Iran bemüht und kaufte mehrere Patrouillenschiffe.

    Ein turkmenisch-russischer Waffenhandel war erst bei den Treffen der Präsidenten im Frühjahr 2007 zur Sprache gebracht worden. Damals gelang es Moskau, Astana und Aschchabad zum Bau der Kaspi-Gaspipeline aus Turkmenien über Kasachstan nach Russland zu überreden. Die Absichtserklärung über den Bau der Gaspipeline wurde am 12. Mai 2007 unterzeichnet. Der Bau soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

    Von der Umsetzung dieses Projekts hängt ab, ob es Moskau gelingt, seine Kontrolle über die Energieströme nach Europa aufrechtzuerhalten, wobei Russland ernsthafte Konkurrenz bekommen hat.

    Seit dem Amtsantritt von Turkmeniens Präsident Gurbanguly Berdymuhammedow bieten ihm die USA und die EU an, das gesamte turkmenische Gas zu einem höheren Tarif zu kaufen als Russland. Dieses Gas soll dann durch die Nabucco-Pipeline und die Transkaspische Gaspipeline befördert werden.

    Wie Michail Kortschemkin, Direktor von East European Gas Analysis, feststellt, ist das Nabucco-Angebot für die Länder in Zentralasien einträglicher, weil es im Unterschied zum Kaspi-Projekt keine eigenen Ausgaben vorsieht.

    Gerade deshalb ist Moskau an neuen Anreizen für Turkmenien interessiert, um dieses vom Nabucco-Projekt abzubringen und endgültig für die Kaspi-Pipeline zu gewinnen. Einer dieser Stimuli könnten russische Waffenlieferungen sein.

    Nach Ansicht von Konstantin Makijenko, Experte des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, könnte Russland die Smertsch-Raketenwerfer angesichts der Verhandlungen über den Gaspipeline-Bau zu einem ermäßigten Preis anbieten.

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