18:42 15 Dezember 2017
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    Russische TNK-BP-Aktionäre engagieren Juristen für Prozess gegen BP (Zusammenfassung)

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    MOSKAU, 24. Juni (RIA Novosti). Die russischen Aktionäre des russisch-britischen Energiekonzerns TNK-BP haben Juristen für einen geplanten Gerichtsprozess gegen den britischen Aktionär BP engagiert.

    Das teilte ein Vertreter des russischen Konsortiums AAR (Alfa Group, Access, Renova) am Dienstag in Moskau mit. "Wir haben ein juristisches Team gebildet. Die Namen der Unternehmen, die dazu gehören, werden wir später bekanntgeben... Die Vorbereitung auf den Gerichtsprozess gegen BP läuft auf vollen Touren", sagte der Vertreter.

    Das AAR-Konsortium und BP kontrollieren jeweils 50 Prozent der Anteile an TNK-BP. Alfa Group des russischen Milliardärs Michail Fridman hält 25 Prozent sowie Renova (Viktor Wekselberg) und Access Industries (Leonard Blawatnik) je 12,5 Prozent der Anteile.

    Zuvor hatte AAR mitgeteilt, das Konsortium wolle an das Stockholmer Gericht appellieren, um einen internen Streit um das Engagement ausländischer Mitarbeiter durch BP beizulegen. AAR wirft zudem TNK-BP-Exekutivdirektor Robert Dudley vor, dass seine Aktivitäten dem Joint Venture finanziellen Schaden zufügen und sich negativ auf die Leitung des Unternehmens auswirken.

    Das AAR-Konsortium macht ferner darauf aufmerksam, dass die von Dudley engagierten BP-Konsultanten fast nie vor Ort im Einsatz waren, sondern fast ausschließlich leitende Posten in Moskau bekleiden. 238 der 275 ausländischen TNK-BP-Mitarbeiter säßen in Moskau. Ein solches Herangehen sei für die Optimierung der Kosten und die Erhöhung des Gewinns von TNK-BP nicht förderlich. "All das schmälert das finanzielle Interesse aller, darunter auch der Minderheitsaktionäre. In diesem Zusammenhang fordert AAR, den neuangestellten BP-Konsultanten zu kündigen, was von BP kategorisch abgelehnt wird. Die Klage wird beim Stockholmer Gericht eingereicht, weil alle Streitigkeiten zwischen den TNK-BP-Aktionären gemäß dem zwischen ihnen geschlossenen Abkommen unter die Jurisditkion dieses Gerichts fallen", heißt es in dem Schreiben von AAR.

    Die beiden Aktionäre haben auch Gegensätze dazu, wie das Joint Venture an ausländischen Märkten vorgehen soll. AAR ist der Ansicht, dass ausländische Projekte von TNK-BP ausschließlich aufgrund ihrer ökonomischen Zweckmäßigkeit realisiert werden sollten, selbst wenn das dem Business von BP zuwiderläuft.

    Ein Abkommen zwischen den TNK-BP-Aktionären über ein Moratorium für den Verkauf ihrer Anteile am Joint-Venture war am 1. Januar dieses Jahres abgelaufen. Experten sind der Ansicht, dass der Konflikt um TNK-BP die britische Seite zum Verkauf ihres Anteils provozieren könnte.

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