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    Suche nach Öl- und Gasvorräten auf Kaspi-Schelf schlägt fehl - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 26. Juni (RIA Novosti). Der Schelf des Kaspischen Meeres hat die Ölindustriellen wieder enttäuscht, schreibt die russische Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

    Einen weiteren Misserfolg erlitt dabei Lukoil. Analysten empfehlen den Energiekonzernen, die von Anfang an viel zu optimistischen Prognosen zu überprüfen.

    Anfang 2004 unterzeichneten Lukoil und der kasachische Staatskonzern Kasmunaigas ein Abkommen über gemeinsame Prospektierung auf dem Abschnitt Ataschski. Er liegt im Grenzgebiet, steht aber unter der Jurisdiktion von Kasachstan. Bald darauf gründeten die Tochterunternehmen beider Gesellschaften - Lukoil Overseas und die Kasmunaitenis - auf paritätischer Grundlage das Gemeinschaftsunternehmen Atasch, das einen Erkundungsauftrag erhielt.

    Mit den Bohrungen wurde im April begonnen. Jetzt ist sie abgeschlossen, doch weder Öl noch Gas wurden entdeckt. Das bestätigte "Wedomosti" eine Atasch nahe stehende Quelle: Eine Bohrsonde habe die projektierte Tiefe von 2500 Meter erreicht, ohne ein positives Ergebnis zu erzielen. Grigori Woltschek, Pressesprecher von Lukoil Overseas, verweigerte jeden Kommentar. Kasmunaitenis war sogar zu keiner Stellungnahme fähig.

    Gebohrt wurde auf der Bohrinsel Astra des Unternehmens Evrasia. Medschid Sulpukarow, Generaldirektor von BKE-Schelf (Betreiber von Astra), wollte die Ergebnisse der Bohrungen auf Atasch nicht erörtern. Seinen Worten zufolge kostet das Niederbringen eines 2500 Meter tiefen Bohrlochs im Kaspisee ungefähr 40 Millionen Dollar, 24 Arbeitsstunden auf Astra kosten den Kunden 130 000 Dollar.

    Der Kaspi-Schelf enttäuscht die russischen Ölindustriellen nicht das erste Mal. 2005 hatte Lukoil auf dem Vorkommen Jalama im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Meeres ein "trockenes" Bohrloch gesetzt. Das kostete dem Konzern 50 Millionen Dollar. Dasselbe Ergebnis brachten die Bohrungen von Lukoil und der Kasmunaigas auf dem Vorkommen Tjub-Karagan im kasachstanischen Sektor umweit von Ataschski (Kosten: über 20 Millionen Dollar) hervor. 1999 wurde wegen der ungenügenden Menge der entdeckten Vorräte das Projekt Karabach im aserbaidschanischen Sektor geschlossen, wobei Lukoil der größte Projektteilnehmer war. 2006 brachten Rosneft und Kasmunaigas ein leeres Bohrloch in Kurmangasy im kasachstanischen Sektor nieder.

    "Die Kaspi-Ressourcen wurden von Anfang an stark überbewertet, und nun müssen die Gesellschaften ihre Prognosen revidieren", sagt Valeri Nesterow, Analyst von Troika Dialog. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass alle großen Vorkommen hier bereits entdeckt worden sind."

    Der Abschnitt Ataschski liegt im Nordteil des Kaspisees in einer Tiefe von sieben bis 35 Meter. Laut geologischen Prognosen betragen die Ressourcen 248,8 Millionen Tonnen Einheitsbrennstoff, darunter 141,7 Millionen Tonnen Erdöl.

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