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    Britische TNK-BP-Aktionäre klagen vor Londoner Gericht - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 07. Juli (RIA Novosti). Die britischen Aktionäre von TNK-BP haben zum Gegenschlag ausgeholt: Sie fordern von ihren russischen Partnern die Rückerstattung von 352 Millionen Dollar, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru" am Montag.

    Dass der britische Ölkonzern BP am 30. Juni beim Obersten Gericht von London eine Klage eingereicht hatte, wurde direkt vor der Sondersitzung des Aufsichtsrats von TNK-BP bekannt.

    Die britischen TNK-BP-Aktionäre verlangen 352 Millionen Dollar, weil sie die Auffassung vertreten, dass aus dem gemeinsamen Kapital vor Gründung des Joint Ventures 2003 die Steuerforderungen an eine der russischen Unternehmen bezahlt wurden.

    Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Rede von einem Teil der Steuerforderungen ist, die TNK-BP im November 2006 bezahlt hatte. Die gesamte Schuldsumme lag über 1,5 Milliarden Dollar, damals erklärte das Gemeinschaftsunternehmen jedoch, diese Zahlung werde sich nicht auf die finanziellen Ergebnisse auswirken. Denkt man daran, wie lange her die Geschichte ist, so kann angenommen werden, dass die heutige BP-Klage nur ein weiterer Schachzug der britischen Seite ist, weil sich die Briten zuvor nie über die Steuerforderungen beklagt hatten.

    Die Klage ist sehr rechtzeitig eingereicht worden: Am heutigen Montag soll eine von Viktor Wekselberg initiierte Sondersitzung des TNK-BP-Aufsichtsrats stattfinden. Erörterungsgegenstand ist der von den russischen Aktionären geforderte Rücktritt von TNK-BP-Chef Robert Dudley.

    Früher warnten Experten davor, dass sich die Briten bemühen werde, ihre Positionen gegenüber dem Aufsichtsrat zu stärken, und die Sitzung sogar durch Nichterscheinen einfach sprengen könne. Die Anklage spielt hier den britischen Eigentümern in die Hand.

    Der heutige Konflikt zwischen den Aktionären der russisch-britischen Holding rührt von den entgegengesetzten Standpunkten auf die Weiterentwicklung von TNK-BP her. So ist BP am Ausbau des Geschäfts in Russland interessiert, während die russischen Aktionäre mehr ins Ausland investieren wollen. Wie Experten sagen, haben beide Parteien ihre Gründe: Für BP kommt es auf die russischen Vorräte an, die das Unternehmen in ihre Finanzabrechnung einschließen und so ihre Kapitalisierung erhöhen kann. Die russischen Oligarchen aber wollen ihr Geld ins Ausland bringen, um die Risiken größtmöglich zu verringern.

    Der Aufsichtsrat müsste am Montag die Situation einigermaßen klären, doch finden Analysten, dass er in Wirklichkeit nichts ändern werde. Ihrer Ansicht nach wird der Konflikt andauern, bis einer der Aktionäre seinen Anteil an eine der Staatsgesellschaften abtrete. Nach Meinung von Marktexperten wird das Konsortium AAR als Verkäufer auftreten und Gazprom als Käufer. Erst danach werde der Machtkampf bei TNK-BP zu Ende sein.

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