01:56 22 August 2017
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    Preisstreit um Ölraffinerie: Gazprom Neft lehnt serbische Forderung ab

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    SANKT PETERSBURG, 23. Juli (RIA Novosti). Die russische Ölfirma Gazprom Neft, die die serbische Raffinerie NIS übernehmen will, ist im Streit um den Kaufpreis nicht kompromissbereit.

    Als unbegründet bezeichnete Unternehmenschef Alexander Djukow die Forderung Serbiens, den Preis für NIS zu erhöhen. "Wir haben eine Analyse der Ereignisse der vergangenen sechs Monate durchgeführt und festgestellt, dass es in diesem Zeitraum keine Faktoren gegeben hat, die den Preis für NIS nach oben getrieben haben", sagte Djukow am Mittwoch in Sankt Petersburg.

    Nach seinen Worten müsse die NIS-Raffinerie modernisiert werden. Derzeit sei sie nicht in der Lage, Benzin herzustellen, das den europäischen Standards entspreche.

    Russland und Serbien hatten am 25. Januar dieses Jahres ein Abkommen über Zusammenarbeit im Energiesektor unterzeichnet. Dieses sieht den Bau eines 400 Kilometer langen Abschnittes der Gaspipeline South Stream auf serbischem Territorium für Gaslieferungen aus Russland auf den Balkan vor. Außerdem soll ein unterirdischer Gasspeicher in Banatski Dvor gebaut werden.

    Zeitgleich mit dem Abkommen wurde auch vereinbart, dass Gazprom Neft für 400 Millionen Euro eine Kontrollmehrheit von 51 Prozent an der serbischen Ölraffinerie NIS übernehmen sowie mindestens 500 Millionen Dollar in deren Modernisierung investieren soll.

    Wegen der kurz danach ausgebrochenen politischen Krise in Serbien wurde das Abkommen bislang vom serbischen Parlament nicht ratifiziert und trat somit nicht in Kraft. Serbiens Vizepremier und Wirtschaftsminister, Mladjan Dinkic, hat indes angekündigt, etliche Punkte der Vereinbarung, vor allem den Kaufpreis für die Ölraffinerie, revidieren zu wollen.

    Die NIS-Raffinerie (Naftna Industrija Srbije) verarbeitet sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Davon stammt etwa eine Million Tonnen Rohöl aus eigener Produktion. Der Marktwert des Unternehmens wird auf 1,2 Milliarden US-Dollar (nach dem aktuellen Wechselkurs etwa 764 Millionen Euro) geschätzt.

    Um die NIS-Anteile buhlten neben Gazprom Neft auch die ungarische Firma MOL, die österreichische OMV, die polnische PKN Orlen und die griechische Hellenic Petroleum sowie Rompetrol aus Rumänien und Lukoil aus Russland.

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