06:36 11 Dezember 2017
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    Gazprom-Job: Finnlands Ex-Premier Lipponen folgt Schröder - „Kommersant“

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    MOSKAU, 18. August (RIA Novosti). Nach dem ehemaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder bekommt auch der frühere finnische Regierungschef Paavo Lipponen einen wichtigen Posten bei der Nord Stream AG, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Der Finne bekam den Auftrag, den Weg für den Bau der umstrittenen Ostseepipeline in Skandinavien zu ebnen. Mit dem Job für den finnischen Top-Politiker hofft der russische Gaskonzern Gazprom, die vorgegebenen Fristen einhalten zu können und die Pipeline bereits 2011 zu verlegen.

    Lipponen spricht über den Inhalt des Vertrags nicht besonders gerne. Es ist aber bekannt, dass es Schröder (2006 bekam er von Wladimir Putin das Angebot, als Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG tätig zu sein) sowie der Geschäftsführer der Nord Stream, Matthias Warnig, diejenigen waren, die Herrn Lipponen eingeladen hatten, für die Betreibergesellschaft der Pipeline zu arbeiten. Die Entschädigung würde nicht besonders hoch, eher mäßig, sein, so der Finne. „Mein Salär ist an einem normalen internationalen Niveau angesetzt worden, man kann auch bessere Angebote finden“, sagt er.

    Nach Meinung einiger Experten erklärt sich die Notwendigkeit, einen ehemaligen Ministerpräsidenten einzustellen, dadurch, dass das Projekt auf der Stelle tritt, weil ihm die nötigen Genehmigungen und Gutachten seitens der Umweltschützer fehlen. Deswegen bräuchte das Projekt eine starke politische Unterstützung.

    Die Anwerbung eines politischen Schwergewichts diene der Beschleunigung des gesamten Projektes, so Valeri Nesterow vom Investmentunternehmen Troika Dialog. „Das Unternehmen drängt sich derzeit durch das Gesetzesdickicht. Es ist jedoch nötig, das Projekt termingerecht in Betrieb zu nehmen“, sagt Nesterow.

    Terminmäßig sieht aber die Gesamtsituation nicht gut aus. Das Unternehmen versprach, die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts mit einer Produktionskapazität in Höhe von jährlich 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas bereits im dritten Quartal des Jahres 2010 zu gewährleisten, doch daraus wurde nichts. Im Moment sieht Gazprom dafür einen Termin im Jahr 2012 vor.

    In den kommenden Wochen will das Unternehmen einige zusätzliche Umweltschutzgutachten erstellen, um den Forderungen Schwedens, Dänemarks und Finnlands gerecht zu werden. Finnland hat mit dem Projekt ein besonderes Problem, denn es ist zum ersten Mal mit einer Pipeline in seinen Wirtschaftsgewässern konfrontiert. Deswegen ist nicht ganz klar, wie solche Fragen und darauffolgende Probleme politisch und gesellschaftlich zu handhaben sind.

    Der Direktor des Unternehmens East European Gas Analysis, Michail Kotschermkin, vertritt die Meinung, Lipponen könnte es gelingen, das Einverständnis Finnlands einzuholen, doch bei den Regierungen Schwedens und Dänemarks wird das Unternehmen sehr hohe Hürden überwinden müssen, und da könnte der Finne versagen.

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