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    Ukraine will Kaspi-Öl nach Polen pumpen - "Wremja Nowostej"

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    MOSKAU, 18. August (RIA Novosti). Der Präsident der Ukraine, Viktor Juschtschenko, hat die Regierung beauftragt, bis Jahresende die Rohrleitung Odessa - Brody auf die ab 2009 geplante Beförderung des kaspischen Erdöls nach Polen vorzubereiten, schreibt die russische Zeitung "Wremja Nowostej" am Montag.

    Laut Kiews Plänen werde Europa Zugang zum kaspischen Öl erhalten, also vom russischen Rohstoff weniger abhängen und die Ukraine selbst zum wichtigsten Transitland aufsteigen. Allerdings ist bisher nicht klar, wer das Rohr füllen soll.

    Die erste Baufolge der Ölpipeline Odessa - Brody (Leistung: neun Millionen Tonnen jährlich, Länge: 674 Kilometer) wurde schon ab 2001 ihrer Bestimmung übergeben. Ursprünglich war sie dafür bestimmt, kaspisches Öl aus Kasachstan von der Schwarzmeerküste nach Europa (vom Hochseeterminal "Juschny" nahe Odessa in das Pipelinenetz "Druschba" bei Brody, Gebiet Lwow) zu transportieren.

    Aber die Rohrleitung lag drei Jahre lang brach, weil die Ölraffinerien in der Ukraine und in Europa mit den Lieferanten von kaspischem Öl keine Einigung erzielen konnten. 2004, nach den Verhandlungen von Ukrtransnafta mit TNK-BP, wurde die Pipeline in umgekehrter Richtung in Betrieb genommen. Ende 2006 schloss die ukrainische Gesellschaft einen Vertrag mit Transneft über das Durchpumpen von rund neun Millionen Tonnen russisches Öl im Jahr ab.

    Gegenwärtig füllen TNK-BP und Lukoil die Ölleitung Odessa - Brody, über die im vergangenen Jahr allein 9,6 Millionen Tonnen gepumpt wurden, was eine 80-prozentige Auslastung der Kapazitäten bedeutet. Der Beschluss der ukrainischen Führung bringt ihre Vertragsverpflichtungen in Gefahr.

    Offiziell wurde die Situation gestern bei TNK-BP und Lukoil nicht kommentiert. Dennoch erklärte eine Quelle der "Wremja Nowostej": "Niemand hat Angst vor solchen Plänen." Des Weiteren sagte die Quelle: "Die ukrainischen Behörden geben solche Erklärungen recht oft ab. Doch wird es kein Öl geben, um die Rohrleitung in geplanter Richtung zu füllen, denn Kasachstan muss erst überzeugt werden."

    Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew sagte bereits im Frühjahr: Bevor man sich die Rohrleitung Odessa - Brody in Betrieb nehme, "muss man das mit den russischen Öltransportorganisationen vereinbaren".