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    Konkurs des Kaspischen Pipeline-Konsortiums möglich - BP erwägt Ausstieg

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    MOSKAU, 22. September (RIA Novosti). Der russische Pipelinebetreiber Transneft schließt einen Konkurs des Kaspischen Pipeline-Konsortiums (KPK) nicht aus.

    "Das ist möglich, insbesondere unter Berücksichtigung immenser Schulden des Konzerns", sagte Transneft-Vizepräsident Michail Barkow am Montag in Moskau. "Die Wahrscheinlichkeit (des Konkurs) wird immer größer, wenn kein Beschluss zur Erweiterung des Konsortiums gefasst wird", sagte er. Transneft ist Betreiber des russischen KPK-Anteils.

    Ende 2008 liefen Abkommen ab, nach denen innerhalb des Konsortiums vergünstigte Tarife gelten. Das könne das gesamte KPK-System lahm legen. "Ein für diese Woche geplantes Treffen mit Vertretern des Konzerns British Petroleum (BP), in der Varianten der Finanzierung des Projekts erörtert werden sollen, wird wegen der unkonstruktiven Position der Briten höchstwahrscheinlich nicht stattfinden", sagte Barkow.

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass BP einen Ausstieg aus dem KPK-Konsortium plant. Nach inoffiziellen Angaben will BP seine Anteile an zwei Gemeinschaftsunternehmen mit LUKoil und dem kasachischen Konzern KazMunaiGaz verkaufen. Am ersten Joint Venture - LUKARCO B.V. - hält BP 49 Prozent und an Kazakhstan Pipeline Ventures 19 Prozent der Anteile. Die beiden Joint Ventures sind KPK-Gesellschafter.

    Aus den Branchenkreisen verlautet auch, dass KPK ein Konkursverfahren initiieren könnte, wenn BP gegen ein Memorandum über die Erweiterung des KPK-Systems stimmen wird. "Ein Konkurs wird auf jeden Fall schneller sein als der Ausstieg von BP aus dem Projekt", sagte ein Ölexperte. Der Verkauf von Anteilen dürfte nach seinen Worten nicht weniger als ein Jahr in Anspruch nehmen.

    Eine Versammlung der KPK-Aktionäre zur Abstimmung des Memorandums über die Erweiterung des Systems ist zum 14. Oktober nach Moskau einberufen. Im Frühjahr 2008 hatte bereits Oman beschlossen, das KPK-Konsortium "wegen der mangelnden Effektivität dieses Pipeline-Projekts" zu verlassen. Im August erklärte sich Russland bereit, den siebenprozentigen Anteil von Oman zu übernehmen.

    Das KPK-Konsortium wurde für den Transport von kasachischem und russischem Rohöl zu Umschlagsterminals an der Schwarzmeerküste gegründet. Das Pipeline-System wurde im Oktober 2001 in Betrieb genommen und hat gegenwärtig eine Durchsatzkapazität von etwa 30 Millionen Tonnen Öl im Jahr.

    Der russische Anteil am KPK (24 Prozent) wird treuhänderisch vom Pipelinebetreiber Transneft verwaltet. Zu den anderen Aktionären zählen Kasachstan (19 Prozent), Rosneft-Shell Caspian Ventures Limited (7,5 Prozent), Oman (7,0 Prozent), Chevron Caspian Pipeline Consortium Company (15,0 Prozent), LUKARCO B.V. (12,5 Prozent), Mobil Caspian Pipeine Company (7,5 Proznet), BG Overseas Holding Limited (2,0 Prozent), Agip International N.V. (2,0 Prozent), Kazakhstan Pipeline Venture LLC (1,75 Prozent) und Oryx Caspian Pipeline LLC (1,75 Prozent).

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