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    Russland will Image mit Not-Kredit für Island verbessern - Russlands Presse

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    MOSKAU, 08. Oktober (RIA Novosti). Erstmals in seiner Geschichte könnte Russland einem westlichen Land und Nato-Mitglied Finanzhilfe erweisen: Es handelt sich um Island, dessen Regierung keine EU-Hilfe für seine angeschlagene Wirtschaft bekam, schreiben die Zeitungen „RBC Daily“ und „Kommersant“ am Mittwoch sowie die Internetzeitung „Gazeta.Ru“ am Dienstag.

    Nach Ansicht von Experten ist dies in erster Linie eine Image-Frage: Moskaus politischer Gewinn aus diesem Geschäft würden das Finanzrisiko wettmachen. Dabei bemüht sich Russlands Regierung schon seit langem darum, dem Westen seine Dialogbereitschaft zu signalisieren und davon zu überzeugen, dass es sinnlos ist, Angst vor Russland und dessen Geldexpansion zu haben.

    Der in Frage kommende Kredit in Höhe von vier Milliarden Euro (der gesamte Haushalt Islands macht zehn Milliarden Euro aus) beträgt zwar weniger als ein Prozent der Gold- und Devisenreserven Russlands, er könnte aber Moskau solide politische Dividenden bringen.

    Der Zustand von Islands Finanzmarkt ist schon seit langem kritisch. Die dortigen Banken haben Geld im Ausland gepumpt und sind nach der neuesten Zuspitzung der Finanzkrise einfach nicht in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

    Island hatte seinerzeit Bereitschaft signalisiert, die eigene Währungseinheit zu Gunsten des Euro aufzugeben, die EU erwiderte jedoch darauf, dass eine Diskussion darüber sinnlos ist, solange Island kein EU-Staat ist. Nachdem der Hilferuf aus Reykjavik von der EU abgewiesen wurde, musste nach neuen Freunden gesucht werden.

    Wie Jewgeni Nadorschin, leitender Wirtschaftsexperte der Investmentbank Trust, feststellte, hat Russland beschlossen, sich im Westen einen Freund anzuschaffen, der ihm in Zukunft sehr dankbar sein wird. Der Politologe Juri Schewzow meinte, dass die engen Beziehungen mit Island hinsichtlich der Kontrolle über die Arktis sehr wichtig wären. „Einen russischen Militärstützpunkt wird es dort zwar natürlich nicht geben, jede Präsenz russischer Bankleute, Investoren oder Unternehmer in diesem Land wäre aber positiv. Island ist zwar klein, es liegt aber in einer strategisch wichtigen Region der Welt.“

    Die bisherigen russisch-isländischen Beziehungen beschränkten sich bisher auf einen Warenumsatz von 100 Millionen Dollar im Jahr und ein gemeinsames Institut für geothermale Energieforschungen. Inoffiziell bekundeten Roman Abramowitsch, Ex-Gouverneur von Tschukotka, der die Insel mehrmals besucht hatte, sowie Unternehmen von Industriemagnat Oleg Deripaska Interesse an Investitionen in diesem Land.

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