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    Gründet Russland Gas-Kartell für OPEC-Beitritt? - „Gazeta.Ru“

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    MOSKAU, 23. Oktober (RIA Novosti). Russland will die Zusammenarbeit mit der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) ausbauen, weil es ein großes Interesse an stabilen Erdölpreisen habe, schreibt das Internet-Portal „Gazeta.Ru“ vom Donnerstag.

    Das russische Energieministerium plant die Einführung von „inneren Quoten“, die die Erdölförderung in Russland regeln sollen. Dies würde zwangsläufig zur Begrenzung des Erdölexports und zur Stärkung von staatlich kontrollierten Ölunternehmen führen. Marktteilnehmer sind der Auffassung, Moskau könne alsbald vollwertiges OPEC-Mitglied werden.

    „Dies könnte in der Tat ein Schritt hin zur russischen OPEC-Mitgliedschaft sein, falls die russischen Erdölproduzenten und die OPEC-Länder die gleichen Interessen haben werden“, sagt Natalia Miltschakowa, Analystin beim Investmentunternehmen FK Otkrytije. Die Äußerungen des russischen Vizepremiers Igor Setschin über die mögliche Begrenzung der Erdölförderung in Russland bestätigen indirekt die Prognosen der Experten.

    „Das russische Energieministerium erwägt in der Tat die Möglichkeit, einige Erdölquellen zu versiegeln und als eine Reserve zu nutzen, um noch effizienter auf dem Preismarkt zu arbeiten“, sagte jüngst Setschin. Er unterstrich, dass die Reserven genau so groß sein müssten, um „die Möglichkeit zu haben, die effizientesten Preisparameter zu erreichen“. Dabei hat er nichts darüber verraten, wie genau diese Reserven gebildet werden sollen.

    Miltschakowa ist der Ansicht, man habe die Absicht, in Russland die in der OPEC üblichen Mechanismen der Angebotsregulierung anzuwenden, in erster Linie die koordinierte Begrenzung der Erdölförderung. Wie Alexander Rasuwajew, Experte der Sobinbank, sagt, wäre die in Bezug auf die Erdölförderung im Inland eingeführte Quotenregelung nur im Falle einer entsprechenden Begrenzung des Erdölexports sinnvoll. Diese „äußere Quotenregelung“ käme aber nur im Falle einer russischen OPEC-Mitgliedschaft in Frage.

    „Die besagte Quotenregelung ist ein Teil einer eher politischen Abmachung, denn in Wirklichkeit ist das Bestreben Moskaus, OPEC-Mitglied zu werden, sozusagen ein Vorschuss, damit die OPEC-Staaten im Gegenzug später einen Grund hätten, die Idee eines internationalen Gaskartells zu unterstützen, und vielleicht selber Mitglieder dieses Kartells zu werden“, prognostiziert Rasuwajew.

    Wie er anfügt, wäre eine OPEC-Mitgliedschaft Moskaus im Moment durchaus sinnvoll, denn mit Rosneft könne nur ein einziges russisches Erdölunternehmen wachsende Zahlen der Erdölförderung vorweisen. Durch die eingeführte Quotenregelung würde Russland anders als im Jahre 2001 nichts verlieren. Die OPEC-Länder hatten bereits damals Moskau das Angebot unterbreitet, OPEC-Mitglied zu werden, doch die Erdölförderung wuchs damals in Russland enorm, so dass es kein Interesse hatte, die Erdölförderung zu begrenzen.

    Die eingeführte Quotenregelung könne die großen Projekte einzelner Erdölfirmen unterminieren, wie zum Beispiel Projekte von Lukoil, sagt Miltschakowa. Diese Entscheidung könnte auch die Aktienkurse nach unten drücken, vor allem die Rosneft-Aktien könnten hier sehr viel an Wert verlieren, denn die Investoren kaufen sie nur, wenn ihnen ein Förderungswachstum in Aussicht gestellt wird.

    Andere Marktteilnehmer sind der Auffassung, dass die Behörden in Russland eine verdeckte Neuaufteilung der Märkte zugunsten von Rosneft begonnen haben, denn eine Quotenregelung würde dem Staat erlauben, vor allem die privaten Erdölunternehmen zu kontrollieren.

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